17. September 2012
Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmern - was treibt uns, soziale Verantwortung zu übernehmen?
Einblicke in das Unternehmen Würth.
Beinahe schon traditionell luden der Junge Wirtschaftsrat Baden-Württemberg und die Wirtschaftsjunioren Baden-Württemberg zur Gemeinschaftsveranstaltung.
(Foto: Wirtschaftsrat)

Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth, lockte, auf Einladung des Geschäftsführers Erwin Mayer, 250 Personen in die BMW-Niederlassung nach Stuttgart-Vaihingen.

 

1954 übernahm Reinhold Würth das Unternehmen Würth mit damals zwei Mitarbeitern. Heute ist er Stiftungsaufsichtsratsvorsitzender der Adolf Würth GmbH & Co.KG, die mit 65.000 Mitarbeitern in über 80 Ländern der Welt erfolgreich wirtschaftet.

 

„Ein Unternehmer kann soziale Verantwortung nur übernehmen, wenn das entsprechende Unternehmen Gewinne erwirtschaftet“, so Würth. Und über den Erfolg eines Unternehmens entscheidet die jeweilige Führungskultur.

Konnten früher die Mitarbeiter mit Geld motiviert werden, so sind es heute Aufmerksamkeit, Dank und Anerkennung, Lob und Hochachtung.

 

Wahrscheinlich spiegelt die erfolgreiche Führungskultur auch den Erfolg des Unternehmens wieder. In nur zwei Generationen ist es dem Unternehmen gelungen, zum Weltmarktführer aufzusteigen. Bis zum Jahr 2020 soll die 20 Milliarden Euro-Grenze überschritten werden, so Würth.

Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth (Foto: Wirtschaftsrat)

„Je größer der Erfolg, desto größer die Freiheit“. Nach diesem Grundsatz organisiert sich die Firma dezentral seit Jahren. Selbstverständlich greift die Geschäftsleitung aus der Zentrale ein, wenn es nötig sein sollte. Würth legt großen Wert darauf, die Mitarbeiter nicht mit Angst und Druck einzuschüchtern, sondern sie zu motivieren. So werden im Unternehmen zum Beispiel sogenannte Meilensteine (gemeinsame Feiern) oder Reisen für besonders erfolgreiche Verkäufer oder bei Rekorden veranstaltet. Weiterbildungsangebote und andere Kurse für Mitarbeiter seien ebenso selbstverständlich, wie regelmäßige Treffen für ehemalige Mitarbeiter.

 

„Wir verbringen die schönsten Stunden und die schönsten Jahre unseres Lebens bei der Arbeit“, so Würth. „Deshalb sollten sich unsere Mitarbeiter im Unternehmen wohl fühlen“. Die soziale und gesellschaftliche Verantwortung, die ein Unternehmer übernimmt spiegelt sich sicherlich auch im Betriebsergebnis wieder - motivierte und zufriedene Mitarbeiter bringen dem Unternehmen somit viele Vorteile. Sie sind weniger krank, machen weniger Fehler und bleiben ihrem Arbeitgeber länger „treu“, was sich auch in den niedrigen Fluktuationsquoten des Unternehmens zeigt.

v.l.n.r.: Bernhard Feßler, Dr. Peter Wende, Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth, Marco Henry V. Neumueller Lord of Pishobury, Axel Bitzer (Foto: Wirtschaftsrat)

Doch nicht nur im eigenen Unternehmen engagiert(e) sich Würth. Der passionierte Sammler moderner und zeitgenössischer Kunst fördert seit langen Jahren Projekte im Bereich Kunst und Kultur, Forschung und Wissenschaft sowie Bildung und Erziehung. Um dieses Engagement zu bündeln, gründete er 1987 gemeinsam mit seiner Frau Carmen die StiftungWürth.

 

Auch Dr. Peter Wende, Landesvorsitzender des Jungen Wirtschaftsrats Baden-Württemberg zeigte sich beeindruckt von der positiven und interessanten (Lebens)Geschichte Würths. „Ein schönes Beispiel, für Unternehmertum, das neben Produktion und Wertschöpfung, Gewinn und Rentabilität auch den einzelnen Mitarbeiter wertschätzt, fördert und fordert“, so Wende.

 

Axel Bitzer, Landesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Baden-Württemberg und Dr. Wende waren sich einig darüber, dass das erfolgreiche Modell der „Gemeinschaftsveranstaltung“ im nächsten Jahr fortgesetzt werden sollte.