07. Juni 2016
Die Mär von der auseinandergehenden Schere in Deutschland
Wirtschaftsrat: "Landesbischof auf wissenschaftlich brüchigem Eis"
Der Landesbischof der Nordkirche befindet sich nach der Auffassung des Wirtschaftsrates der CDU. e.V., Landesverband Schleswig-Holstein, auf politischen Abwegen und wissenschaftlich brüchigem Eis, wenn er sich empört und predigt, die Schere zwischen Arm und Reich gehe in Deutschland immer weiter auseinander. Dazu der Landesvorsitzende Reimer Tewes: „ Reiche Einkommen in Deutschland entstehen vor allem durch leistungsgerechte Löhne und erfolg-reiches Unternehmertum.“

Der Wirtschaftsrat stellt zur Schere zwischen Arm und Reich fest:

 

1.

Die Einkommensschere geht in Deutschland seit der Einführung der Hartz-IV-Reformen - also seit über zehn Jahren - nicht weiter auseinander.

2.

Zentraler Indikator für das Bild der Einkommensschere ist die Armutsgefährdungs­quote. Diese „relative Armut“ führt als Maßstab in die Irre. Er besagt, daß wenn alle Menschen in Deutschland das Doppelte verdienen würden, die gemessene Armut sich nicht ändern würde. Armutsgefährdung in Deutschland wird man auf dieser Grund­lage niemals erfolgreich bekämpfen können, weil die Lebenshaltungs­kosten zwischen den Metropolen und der ländlichen Peripherie weit auseinander­klaffen.

3.

In Wahrheit wächst unser aller Wohlstand weltweit trotz Kriege, Naturkatastrophen und Bevölkerungswachstum seit Jahrzehnten stark, so daß bald sogar mit einem Ende bitterer Armut gerechnet werden darf. Im Zuge dessen hat sich die Einkommens­schere weltweit geschlossen. Es mutet deshalb schon wundersam an, wenn die Sche­re ausgerechnet in einem der reichsten Länder mit einer ausgeprägten Sozial­gesetz­gebung  gegenläufig zum stabilen Welttrend immer weiter auseinandergehen soll.

4.

Der materielle Wohlstand der Armut in Deutschland liegt dank des technischen Fortschritts heute auf einem Niveau, von denen Arme in ärmeren Ländern nur träumen können und das aufgrund des technischen Fortschritts für Armen vor fünfzig Jahren in Deutschland ebenfalls sehr wünschenswert gewesen wäre. Seitdem hat sich der technische Fortschritt weiter beschleunigt.

 

„Wir würden uns freuen, wenn die Kirchen den Menschen Hoffnung geben mögen, daß die allgemeine Ausbreitung des Wohlstands sich ungebrochen fortsetzen kann.“, so Tewes abschließend.

 

Kiel, 7. Juni 2016