14. Februar 2017
Die maritime Dimension von Prosperität und Wohlstand
„Go Navy – Think Blue“
Exklusiver Marine-Round-Table mit Vizeadmiral Rainer Brinkmann, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte, Kapitän zur See Thomas von Buttlar und Ludolf Baron von Löwenstern, FKpt d.R. | CC Holding
„Think Blue“ - Exklusiver Marine-Round-Table Im Offizierskasino der Theodor-Heuss-Kaserne des Landeskommandos Baden-Württemberg in Stuttgart (Foto: Wirtschaftsrat)

Im Offizierskasino der Theodor-Heuss-Kaserne des Landeskommandos Baden-Württemberg in Stuttgart berichtete Vizeadmiral Rainer Brinkmann, Stellv. Inspekteur der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte, zur aktuellen Sicherheitslage, zu den sicherheitspolitischen Herausforderungen im 21. Jahrhundert und von diversen Einsätzen, an denen sich die Marine in Kooperation mit der NATO engagiert.

 

Die Abhängigkeit der Bundesrepublik Deutschland von freien Weltmeeren ist in der Bevölkerung nur wenig präsent. Deutschland ist traditionelle ein eher kontinental ausgerichteter Staat, die Küste nimmt nur einen vergleichsweise kleinen geografischen Raum ein. Daher ist die Steigerung des Verständnisses für die Abhängigkeit unserer Sicherheit und unseres Wohlstandes von der See, ein Fördern des maritimen Bewusstseins in der Öffentlichkeit, ein wichtiges Ziel der Marine.

vlnr. Kapitän zur See Thomas von Buttlar, Vizeadmiral Rainer Brinkmann und Ludolf Baron von Löwenstern, FKpt d.R. | CC Holding (Foto: Wirtschaftsrat)

Das Maß an Wohlstand und der Frieden, an dem wir uns alle erfreuen dürfen, ist nicht so selbstverständlich, wie es uns manchmal vorkommen mag. Es steckt viel Arbeit dahinter, vor allem für die Marine, die kleinste Teilstreitkraft in der Bundeswehr, die mit nicht mehr als 12.000 Männern und Frauen durch zahlreiche internationale Einsätze stark belastet und vereinnahmt ist. Es ist also vorsichtig ausgedrückt, wenn man sagt, die Marine hat ein gesteigertes Interesse daran, auf sich aufmerksam zu machen und bei qualifizierten Arbeitskräften Interesse für die Bundeswehr, genauer, die deutsche Marine, zu wecken.

 

2.500 Stellen können nicht besetzt werden. Es fehlt vor allem an Spezialisten, bei deren Anwerbung die Bundeswehr auch mit der zivilen Wirtschaft in Konkurrenz steht. Konkret geht es um Personal in den sogenannten Mangelverwendungsbereichen, d. h. Elektroniker, Elektrotechniker oder IT-Spezialisten. Die Marine arbeitet mit schlanken Strukturen. Nur etwa 25 Prozent des Personals ist in Stäben oder Schulen eingesetzt, der Rest dient in der Flotte. Gerade wegen dieser schlanken Strukturen kommt es bei der kleinen Marine, die im Dienst der Politik zahlreiche Operationen schultert, derart zu Engpässen, dass Schiffe teilweise nicht (mehr) in den Einsatz können.

Ludolf Baron von Löwenstern, FKpt d.R. | CC Holding spricht über "GO NAVY. Als Reservist mit der Marine im Einsatz." (Foto: Wirtschaftsrat)

Diese Konkurrenz möchte man beiseitelegen und im Rahmen einer Kooperation gemeinsamen Nutzen aus den verfügbaren Fachkräften ziehen. Die Veranstaltungsreihe „Marine-Round-Table“ ist unter anderem ein Ergebnis dieser Kooperation.

 

In Stuttgart fand das dritte Mal eine Veranstaltung mit über 40 hochrangigen Vertretern der Wirtschaft und Industrie aus dem Raum Baden-Württemberg statt, zu der Vizeadmiral Rainer Brinkmann zum persönlichen Dialog in das Offizierskasino in die Theodor-Heuss-Kaserne geladen hatte.

 

Eine, sich mit Kontinuität wandelnde Weltwirtschaft und Handelsstruktur erfordert von der Sicherheitspolitik und den Verantwortlichen dauerhaft Anpassungsfähigkeit und Flexibilität. Gerade deshalb ist in Zukunft die Förderung der Marinen Streitkräfte ein wichtiges Thema.

 

Welchen Anteil das Seefahrts-Kommando der deutschen Bundeswehr und die Bündnispartner der Nato an der Bewältigung der gemeinsamen Herausforderungen haben, war vielen Teilnehmern nicht bewusst. Denn insbesondere Deutschland als eine der führenden Exportnationen und Hochtechnologiestandort ist auf die ungehinderte und freie Nutzung der Seewege angewiesen.

 

Umso aufmerksamer folgten sie den sehr faktenbasierten Vorträge von Rainer Brinkmann, Kapitän zur See Thomas von Buttlar, Ludolf Baron von Löwenstern, FKpt d.R. | CC Holding, gesprochen aus Sicht der Reservisten und beteiligten sich ausgiebig an der darauffolgenden Diskussion.

 

„Think Blue“ – die Unternehmerinnen und Unternehmer gewannen exklusive Einblicke und vor allem ein ganz anderes Verständnis für die aus baden-württembergischer Sichtweise so entfernt wirkende Marine.