19. Mai 2015
Die Menschen im Blick
Motto der Hertie-Stiftung/ Veranstaltung der Sektion Wiesbaden
Nutzen für Menschen – die Menschen im Blick. Unter diese Schlagzeile kann man die Arbeit der Hertie-Stiftung (Frankfurt/Berlin) zusammenfassen. Geschäftsführer John-Philip Hammersen leuchtete jetzt anlässlich einer Diskussionsveranstaltung der Wirtschaftsratssektion Wiesbaden hinter die Kulissen. Thema: „Anstoßen. Bewegen. Wirken. Wie eine der größten deutschen Stiftungen gesellschaftliche Veränderungen gestaltet“.
Foto: Wirtschaftsrat

„Die Hertie-Stiftung baut auf dem Lebenswerk des 1972 verstorbenen Stifters Georg Karg, Inhaber der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH, auf. In Fortführung seiner Pläne gründete die Hertie-Familienstiftung … 1974 die ‚Gemeinnützige Hertie-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft, Erziehung, Volks- und Berufsbildung’ mit Sitz in Frankfurt“ (aus dem Jahresbericht 2014).


Etwa 25 Millionen Euro stellt laut Hammersen die Stiftung (eine Milliarde Euro Anlagevermögen, etwa acht Prozent Rendite)  jährlich für wohltätige Zwecke zur Verfügung. Arbeitsschwerpunkte sind: Vorschule und Schule, Hochschule, Neurowissenschaften sowie Beruf und Familie. Besonders hob der Geschäftsführer aus dem Bereich Neurowissenschaften die Multiple-Sklerose-Forschung hervor, die mit rund einer Million Euro/Jahr unterstützt wird, und das Stipendium-Projekt START, das begabte Jugendliche mit Migrationshintergrund zum Abitur oder Fachabitur begleitet. 


Seit Bestehen habe die Stiftung etwa 330 Millionen Euro für wohltätige Zwecke ausgegeben. Ob die jährlich verfügbaren Gelder in der jetzigen Höhe bleiben, müsse man abwarten. Wegen der ungünstigen „Zinslandschaft“ sinken, so Hammersen, die Renditen, und so müsse überlegt werden, aus welchen Projekten man sich zurückziehe, um etwas Neues zu machen. Unterstützt würden auf jeden Fall weiterhin die Multiple-Sklerose-Forschung sowie die Neurowissenschaften. Ein neues Projekt (Demokratie und Medien) soll junge Leute begeistern, sich für gesellschaftliche Themen zu engagieren („über ein Papier hinaus“), die wir oder Partner umsetzen könnten. Programme, die zwar Erfolg hätten, Aufwand und Nutzen aber in einem schlechten Verhältnis stünden, werde man in den nächsten zwei Jahren auslaufen lassen. 


Kritisch merkte Hammersen an, dass es in der EU Stimmen gäbe, die das Stiftungswesen einschränken wollten. Begründung: Versteckte Subventionen wegen der Steuerfreiheit. „Wir halten Stiftungen weiter für wichtig“, sagte Hammersen. „Wir werden uns weiter entwickeln.“

Kontakt
Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Hessen
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