23. Juli 2015
Die Welt im Jahr 2050
Thorsten Frei MdB ordnet „die Krisen in der Welt und ihre Auswirkungen vor Ort“ ein
Grexit, Ukraine-Russland-Konflikt, islamistischer Terror und Flüchtlingsströme: „Einen Überblick aus Sicht deutscher Außenpolitik“ gab Thorsten Frei MdB (Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und im EU-Ausschuss des Deutschen Bundestags) im Anschluss an die Mitgliederversammlung der Sektion Villingen-Schwenningen/Donaueschingen. „Sie sprechen uns aus der Seele“, dankte ihm der neu gewählte Sektionssprecher Wolfgang Beyer.
Thorsten Frei MdB und der frisch gebackene Sektionssprecher Wolfgang Beyer (Foto: WR)

Die Außenpolitik und die Rolle Deutschlands in der Welt seien aufgrund der jüngsten Krisen ins Zentrum der politischen Betrachtung gerückt, sagte Thorsten Frei MdB. Auch aufgrund der Globalisierung gebe es diese Krisen „nicht zum Nulltarif“. Deutsche Firmen (150.000 Arbeitsplätze) seien beispielsweise von den Sanktionen in Russland betroffen.

 

Laut der Vereinten Nationen befänden sich derzeit 60 Mio. Menschen auf der Flucht. In Deutschland erwarte man deshalb eine Verdoppelung der Erstanträge auf Asyl im Gegensatz zum Vorjahr (2015: 450.000 Stück). Deutschland sei aufgrund der demographischen Entwicklung auf Zuwanderung angewiesen, doch gelte es reine Wirtschaftsflüchtlinge von Asylberechtigten zu differenzieren.

Dr. Michael Fritz moderierte seine letzte Veranstaltung als Sprecher (Foto: WR)

Angesichts der Verschiebungen in der weltweiten Wirtschaftsleistung (Frei verwies auf den pwc-Bericht „the world in 2050“), warb Frei für das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP. Im Jahr 2050 würde Deutschland demnach nur noch Platz 10 der größten Wirtschaftsnationen belegen (heute Platz 5). China, Indien und die USA würden die Ränge eins bis drei belegen. TTIP sei für die USA und die EU eine Chance, eigene Werte und Normen durchzusetzen – Standard für die ganze Welt. Frei lobte die transparenten Verhandlungen, aber „am Schluss muss es stehen“.

Passionierter Außenpolitiker: Thorsten Frei MdB bei seinem Vortrag (Foto: WR)

Natürlich ließ es sich der Außenpolitiker nicht nehmen, zu Griechenland Stellung zu nehmen. Er habe für die Möglichkeit von Verhandlungen um ein drittes Hilfspaket für Griechenland gestimmt, auch um die Position Wolfgang Schäubles zu stärken. Das Ergebnis dürfe keineswegs vorbestimmt sein. Das Signal, das Land in jedem Fall im Euro zu halten, sei strategisch schlecht, auch was die „Ansteckungsgefahr“ anderer Länder betreffe. Der Euro sei schließlich ein Rechtskonstrukt, das es zu achten gelte.

Sorgen macht Frei laut eigenen Aussagen vor allem aber auch ein möglicher Brexit. Nach seinem überraschend guten Wahlergebnis hatte Großbritanniens Premier David Cameron ein Referendum über den Verbleib des Landes in der EU angekündigt. Die Briten seien ein wichtiges Korrektiv in der EU, das für Freihandel und Subsidiarität stünde.

 

Lesen Sie den Bericht über die Mitgliederversammlung hier.

 

Zum Artikel des Südkurier.

 

Zum Artikel des Schwabo.