15. Oktober 2015
Die Wichtigkeit von Beiräten in Familienunternehmen und wie diese zusammengesetzt werden sollen
Rund 150 Teilnehmer folgten der Einladung der Landesfachkommission Mittelstand zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung „Die richtige Zusammensetzung von Aufsichts- und Beiräten in Familienunternehmen“ im Art Foyer der DZ Bank. Dort ist zurzeit die Ausstellung „Deja-Vu in der Fotokunst“ zu sehen. Auf dem Podium diskutierten folgende Vertreter der Wirtschaft, welche seit vielen Jahren mit den Strukturen eines Familienunternehmens vertraut sind: Fritz P. Mayer, Gesellschafter/CEO a. D. und Beiratsmitglied der Karl Mayer Textilmaschinen GmbH, Gero Furchheim, Vorstand und Aktionär der Cairo AG, Alfred Henschel, CEO a. D. von Polar-Mohr und Dr. Herbert Meyer, CFO a. D. der Heidelberger Druckmaschinengesellschaft.
(Foto: Wirtschaftsrat)

„Die Mittelschicht müsse wachgerüttelt werden, besonders was die Schaffung eines Beirates in einem Unternehmen angehe“, so Erhard Seeger, der Vorsitzende der Landesfachkommission Mittelstand. Veranstaltungen wie diese seien nötig, um Betroffene zu informieren und sie zum Umdenken zu bewegen.

 

Auf die Frage wie ein Aufsichtsrat in einem Familienunternehmen zusammengesetzt werden soll, betonte Mayer die Wichtigkeit, dass der Vorsitz nicht aus der Familie kommen sollte, wenn einer der Beiratsmitglieder aus dieser stamme. 

Furchheim warf ein, dass sich Vorstände gerade in Aktiengesellschaften, in denen schnelle Entscheidungen vonnöten seien, Verbundsmitglieder mit viel Handlungs-Knowhow wünschten. Allerdings seien auch externe Berater gefragt, um das Optimum aus dem Unternehmen herauszuholen. Dies bejahten auch die anderen Diskussionsteilnehmer. Henschel berichtete, dass die Familie „immer mitmischt. Da könne es manchmal zu Konflikten kommen, wodurch es in der Rolle des Aufsichtsrats nicht immer leicht sei, sich Gehör zu verschaffen.

“Der Moderator der Veranstaltung Volker Potthoff, Vorstandsvorsitzender der Aufsichtsräte Mittelstand in Deutschland e. V. fasste die Aussagen der Diskutanten folgendermaßen zusammen: „Die Kunst im Familienunternehmen sind kurze Entscheidungswege, wobei es wichtig ist, das Emotionale zu moderieren. Der Beirat habe an dieser Stelle die wichtige Aufgabe bei Problemen zu vermitteln.“Meyer betonte: „Social skills haben in Beiräten eines Familienunternehmens einen sogar noch höheren Wert als in kapitalmarktorientierten Unternehmen“.

 

Im Anschluss beantworteten die Referenten Fragen der Gäste, wobei noch einmal die Schwierigkeiten betont wurden, welche Beiräte einkalkulieren müssen. So betonte Furchenheim: „Wenn der Beirat in der Lage ist Konflikte vorwegzunehmen, macht die Zusammenarbeit in der Firma Spaß. Dabei muss er Rückgrat beweisen. Aber es ist natürlich leicht gesagt, dass er das bewerkstelligen soll, was für das Unternehmen am besten ist. Schließlich gibt es da viele unterschiedliche Meinungen.“

v.l.n.r. Prof. Dr. Simone Zeuchner, Volker Potthoff (Foto: Wirtschaftsrat)