07. Juli 2017
Digitalisierung in einer globalisierten Welt - ein Bericht aus Bangalore
Unternehmer im Austausch zu Digitalisierung bei LINDIG Fördertechnik
Foto: K. Seifert; v.l.n.r. Herr Koitzsch, Herr Lindig, Herr Randwaha, Herr Hirte

„Die gestiegene Exportquote Thüringens zeugt von der internationalen Ausrichtung unserer Firmen im Freistaat und deren Vernetzung innerhalb internationaler Produktions- und Handelsstrukturen. Digitalisierung muss hierfür gelebt werden. Wie vergleichen wir uns dabei global?“, stimmt Thomas Wolf, Sprecher der Sektion Westthüringen im Wirtschafstrat Deutschland, die Wirtschaftsratsmitglieder und Gäste auf Hauptredner Dr. Christian Koitzsch und Thema Digitalisierung ein. Der gebürtige Thüringer steht als Entwicklungsleiter der Robert Bosch Engineering einem 800-köpfigen Team aus Software-Ingenieuren und Mechatronik-Entwicklern in Bangalore/Indien vor. Sie programmieren elektronische Sensoren für komplexe Anwendungen beispielsweise in Smartphones.

 

Den Stellenwert, den Digitalisierung für neue Geschäftsmodelle und Wirtschaftsstandorte einnehmen kann, belegte er an Unternehmensbeispielen wie Gogoro und Tata sowie einführend mit der Anzahl von mehr als 100.000 IT-Ingenieuren allein in Bangalore, dem nach seinen Worten damit „größten IT-Knoten weltweit“. Die Basis dafür hätte der indische Staat bereits in den 90-er Jahren mit der Liberalisierung der Informationstechnologie (IT-Wirtschaft) geschaffen.

 

Bei Bosch selbst unterstütze die digitalisierte Kommunikation den internen Wissens- und Erfahrungsaustausch im weltweiten Netz der Firmenstandorte unter anderem mit einem „Firmen-Facebook“. In Hackathons, in denen nicht die Mitarbeiter, sondern einheimische Kreative in einem Wettbewerb neue Anwendungen schaffen sollen, sammelt Bosch neue Einsatzideen. Seine Empfehlung: „Deutsche Unternehmer dürfen sich nicht nur in der Lage fühlen, Digitalisierung zu meistern, sondern müssen ohne weiteren Zeitverzug diese ohne Selbstüberschätzung umsetzen!“

Foto K. Seifert: Auditorium während der Unternehmensvorstellung durch Herrn Lindig

„Digitalisierung muss auch und gerade im Mittelstand als Managementaufgabe umgesetzt werden“, unterstrich Gastgeber Sven Lindig, Geschäftsführer der LINDIG Fördertechnik GmbH, deren existenzielle Bedeutung. Als Vorreiter besetzte er dafür einen Digitalisierungsbeauftragten (CDO Chief Digital Officer). Sein Unternehmen beschäftigt heute an den verschiedenen Standorten deutschlandweit etwa 300 Mitarbeiter für Dienstleistungen rund um Gabelstapler und Arbeitsbühnen. Die weitsichtige Personalpolitik und Arbeitsplatzkultur des 1899 gegründeten Familienunternehmens wurde 2016 mit dem TOP JOB-Siegel für Arbeitgeberattraktivität ausgezeichnet.

 

Die Diskussion, insbesondere mit dem Wahlkreiskandidaten Christian Hirte (MdB), förderte Anregungen aber auch weiteren Handlungsbedarf zutage. Im Schwerpunkt auf das Gros der Bevölkerung müsse die Politik wieder stärker ausgerichtet werden, so gleich mehrfache Meinungsäußerungen. Leistung müsse sich lohnen und müsse belohnt werden. Und so erging abschließend erneut der eindringliche Appell, den wahren Leistungsträgern, also Facharbeitern und Meistern ebenso wie den Unternehmern die ihnen zustehende gesellschaftliche Achtung und Wertschätzung wieder öffentlich zuzusprechen.

Foto K. Seifert: Gruppenbild vor der Fa. Lindig
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Andreas Elm von Liebschwitz
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