29. November 2011
Dr. Ulrich Zeitel mit überwältigender Mehrheit als Landesvorsitzender bestätigt
Zeitel und Bundesminister der Finanzen a.D. Dr. Theo Waigel werben für Europa mit eigener Kontur
Böblingen. Der Landesverband Baden-Württemberg des Wirtschaftsrates der CDU hat auf seiner Landesdelegiertenversammlung in der Legendenhalle des Meilenwerkes Böblingen turnusgemäß seinen Landesvorstand neu gewählt. An der Spitze des baden-württembergischen Landesverbands wurde Dr. Ulrich Zeitel als Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates mit 91% der Stimmen im Amt bestätigt.

Zeitel ist Geschäftsführer des FORUM Institut für Management in Heidelberg und Mitglied im Präsidium des Wirtschaftsrates. „Der Parteitag in Leipzig hat gezeigt, dass innerhalb der CDU die Fürsprecher und Vertreter der Sozialen Marktwirtschaft verloren gehen. Daher ist gerade in dieser herausfordernden Zeit der Wirtschaftsrat als Stimme der Sozialen Marktwirtschaft wichtiger denn je“, betonte wieder gewählte Landesvorsitzende. Es ist daher sein erklärtes Ziel, die schon beachtliche Mitgliederzahl von fast 2.200 weiter auszubauen.

Das Wahlergebnis im Ganzen stellt sich wie folgt dar:

 

Als Landesvorsitzender wurde im Amt bestätigt:

  • Dr. Ulrich Zeitel, Geschäftsführer des FORUM Institut für Management, Heidelberg

 

Ebenfalls im Amt bestätigt wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder:

  • Normann Mürdter, Geschäftsführer der Mürdter Metall- und Kunststoffverarbeitung GmbH, Mutlangen
  • Joachim Rudolf (derzeit stellv. Landesvorsitzender), Geschäftsführer der Rudolf Lichtwerbung GmbH, Stuttgart
  • Hanspeter Steiert, Geschäftsführender Gesellschafter der ISTEC Industrielle Software-Technik GmbH, Ettlingen

 

Neu in den Landesvorstand gewählt wurden

  • Heinrich Baumann, Geschäftsführender Gesellschafter der Eberspächer Holding GmbH & Co. KG, Esslingen
  • Steffen Knaus (bisher kooptiert), Geschäftsführer / CFO der ProMinent Dosiertechnik GmbH, Heidelberg
  • Dr. Franz J. Ruder-Underberg, Managing Director der Underberg AG, Dietlikon/Zürich
  • Julia Alice Selzer-Bleich,Geschäftsführende Gesellschafterin der Neurologischen Klinik Selzer  GmbH & Co. KG, Baiersbronn

Die Wiederwahl Zeitels verwundert nicht, fanden doch in seiner letzten Amtsperiode zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen statt. Die 359 Sektionsveranstaltungen quer durch das Land bilden das Gerüst und die Basis des Landesverbandes. 17 Landesveranstaltungen wirkten als wirtschaftspolitische Leuchttürme mit Strahlkraft ins Land und an die Politik. Diese beachtliche Zahl zeigt deutlich, wie aktiv der Landesverband Baden-Württemberg ist und mit welchem Einsatz das Ehrenamt sich engagiert. Zudem wurde ein Strategiepapier unter dem Motto „Wir können Zukunft – Innovationsmotor Baden-Württemberg“ ausgearbeitet und der Landesregierung übergeben.

 

Zwei zentrale Themen beschäftigen derzeit den Landesverband: Energiewende und Eurokrise. Zeitel zur Energiewende: “Außer dass die Energiekosten steigen ist nichts sicher. Alles andere ist Gestochere im Nebel. Wie stark sich dies auf die heimische Wirtschaft und auf das Investitionsverhalten im Land auswirken wird, ist offen; positiv jedenfalls nicht.“ Während er zur Eurokrise unterstrich: „Kern der Krise ist die Überschuldung aller Länder. Wir müssen über klare Aufgabenzuweisungen und echte Sparanstrengungen die Handlungsfähigkeit von Land und Kommunen wieder herstellen.“

 

Für die anschließende Mitgliederversammlung war es dem Landesvorsitzenden gelungen, einen hochkarätigen Redner zu gewinnen: Bundesminister der Finanzen a.D. Dr. Theo Waigel. Nicht verwunderlich, dass sich über 250 Mitglieder und Gästen die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollten, denjenigen zu hören, „der den Euro mit auf den Weg gebracht und ihm einen Rahmen gegeben hat“, wie Dr. Ulrich Zeitel den Ehrengast des Abends begrüßte. Mit Blick auf das Thema „Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Eurokrise – den Blick nach vorne richten“ versicherte Zeitel ihm: „Wir Unternehmer sind es gewohnt, den Blick nach vorne zu richten!“

 

Waigel, tags zuvor erst aus dem Krankenhaus entlassen, wollte den Termin beim Wirtschaftsrat keinesfalls versäumen. Dies zeigt die besondere Nähe und Verbundenheit zwischen Waigel und Zeitel. Vielleicht auch unterstützt durch die Gemeinsamkeiten, schließlich sind beide mit Allgäuerinnen verheiratet und dieser Region sehr verbunden.

 

Deutliche Worte fand Waigel zum Thema Griechenland: „Ich lege großen Wert darauf, dass Griechenland nicht zu meiner Amtszeit in die Währungsunion aufgenommen wurde.“ Er verglich das Land mit einem blinden Passagier, für den es nicht Kaviar und Champagner sein müsse, aber zumindest Wasser und Brot. Hilfe zur Selbsthilfe eben. „Das wichtigste ist, dass jedes Land selbst seine eigene glaubwürdige Konsolidierung durchführt.“ Dazu braucht es den europäischen Stabilitätsdruck. Mit Nachdruck sprach er sich gegen Eurobonds aus, diese seien nur der Versuch, die eigene Verantwortung auf andere abzuwälzen.

 

Im Verlauf seiner Rede entführte Waigel die Zuhörer in die Anfangszeiten der europäischen Union und ließ sie an den Überlegungen der Zeit teilhaben. Durch die Leistung großer Europäer wurde aus Gegeneinander Miteinander. „Noch nie in den letzten Jahrhunderten hatte Deutschland so viel Verantwortung, noch nie wurde von Deutschland mehr Führung erwartet als heute“, unterstrich der Bundesminister a.D. Wer hätte nach zwei Weltkriegen gedacht, dass sich die Rolle Deutschlands heute so darstellen würde? Auch aus der aktuellen Lage geht Deutschland als Hauptprofiteur hervor.

 

Eine eigene Währung sei für Europa unerlässlich, zeige sie doch am deutlichsten den Fortschritt der europäischen Einigung seit 1945. „Wir müssen eine eigene Kontur zeigen, auch gegenüber dem angelsächsischen Modell“, appellierte Waigel, „Ich trete ein für mehr Mut, mehr Zuversicht, mehr Optimismus!“

 

„Es geht im Kern um die Rolle Europas und das Gewicht unserer Stimme in der Weltpolitik“, betonte der Landesvorsitzende Dr. Ulrich Zeitel. Er erinnerte aber auch daran, dass wir Deutschen nicht immer die besten Europäer gewesen sein. Für diese „Lehrstunde in deutscher und europäischer Geschichte“ dankte er Dr. Theo Waigel. Es sei für den Wirtschaftsrat mehr als eine große Ehre, ihn als Gast empfangen zu dürfen. Der freundschaftliche Kontakt zwischen den beiden wurde auch am Ende noch einmal deutlich, als Zeitel dem Redner des Abends noch ein drittes Geschenk ankündigte: Er lud ihn zum gemeinsamen Forellenfischen ein und so dürfen sich beide auf ein baldiges Wiedersehen freuen, ohne sich über das Menü für den Abend Sorgen zu müssen.

Kontakt

 

Bernhard Feßler

Landesgeschäftsführer

 

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