27. April 2017
Dresden - Kulturhauptstadt 2025
Stephan Hoffmann, Leiter des Kulturhauptstadtbüros der Landeshauptstadt Dresden informierte die Mitglieder und Gäste über den Bewerbungsprozess von Dresden als Kulturhauptstadt 2025.
Dresden, wegen seiner Kunstsammlungen, seiner barocken und mediterran geprägten Architektur und der Lage - direkt im Elbtal - auch Elbflorenz genannt, ist international bekannt als sächsische Landeshauptstadt mit in großen Teilen rekonstruierter und durch verschiedene architektonische Epochen geprägte Altstadt. Dies alles und noch vieles mehr sind großartige Grundlagen für Dresden im Jahr 2025 europäische Kulturhauptstadt zu werden.
Claudia Hinrichs, Vorsitzende der LFK Verkehr und Tourismus im sächsischen Wirtschaftsrat und Stephan Hoffmann, Leiter des Kulturhauptstadtbüros (Foto: Wirtschaftsrat)

Im Dorint Hotel Dresden konnte die Vorsitzende der Landesfachkommission Verkehr und Tourismus des Wirtschaftsrates Sachsen, Claudia Hinrichs, an diesem Abend den Leiter des Kulturhauptstadtbüros der Landeshauptstadt Dresden, Stephan Hoffmann, als Referenten und Diskussionspartner begrüßen, der die Mitglieder und Gäste über den Prozess der Bewerbung Dresdens als Kulturhauptstadt 2025 informierte.

 

Stephan Hoffmann begann seinen Vortrag mit dem Ablauf des Verfahrens zum Titel „Kulturhauptstadt Europa“ indem er darlegte, dass aufgrund eines Beschlusses des Europäischen Parlaments jedes Jahr zwei Länder festgelegt werden, die eine Kulturhauptstadt präsentieren dürfen. 2025 ist das Jahr, in welchem die Bundesrepublik Deutschland und Slowenien sich um den Titel Kulturhauptstadt bewerben dürfen. Bisher konnten die Städte West-Berlin (1988), Weimar (1999) und Essen (2010) den Titel bereits nach Deutschland holen. Die Konkurrenz aus Deutschland ist für das Jahr 2025 u.a. mit Chemnitz, Magdeburg und Nürnberg aber nicht gerade klein. In der Landeshauptstadt führte 2016 nach vorhergegangener Prüfung durch das Kulturamt letztlich ein Beschluss des Stadtrats dazu, dass sich Dresden um den Titel bewerben werde.

 

Der Titel „Kulturhauptstadt“ verfolgt das Ziel, den Reichtum, die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des Europäischen Kulturraumes hervorzugehen sowie den Beitrag der Kultur zur langfristigen Entwicklung der Städte in Europa zu fördern - dies sei gerade heute in der Zeit von Brexit und europäischen Disparitäten sehr wichtig - stellte Herr Hoffmann heraus. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, den Begriff „Kultur“ zu definieren, wobei hierbei bereits den Dresdnern auf diversen Events und Veranstaltungen (z.B. gelber Informationswürfel) zugehört wurde, um den Kulturbegriff greifbar zu machen. Letztlich kann Kultur, da sie sehr vielschichtig und umfassend ist und wirkt, als „Das Zusammenleben der Menschen“ begriffen werden. Das Beispiel „Essen – stellvertretend für das Ruhrgebiet“ belegt sehr deutlich, dass eine Kulturhauptstadt durchaus von diesem Titel profitiert - dort sind z.B. die Übernachtungszahlen im Jahr 2010 merklich angestiegen. Aus Sicht des Wirtschaftsrats ist es also mehr als sinnvoll, zur Steigerung der lokalen und regional ausstrahlenden Wirtschaft, die Bewerbung nach vorn zu bringen, um reüssieren zu können.

 

Um dies zu erreichen, sei es wichtig, für die Landeshauptstadt eine „eigene Geschichte“ zu entwickeln, eine Geschichte, die vergangenheitsbasiert in die Zukunft zur Entwicklung einer neuen Stadtkultur fortgeschrieben werden kann, findet der Büroleiter Kulturhauptstadt. Unterstützend wirkt hierbei die bereits etablierte Medienbegleitung durch das Fernsehen, die das Kulturhauptstadtbüro bereits erreicht habe. Letztlich befindet aber eine Jury über den Titel, die von Europäischer Kommission und Europäischem Parlament berufen werde. Bis zur Ernennung, die im Jahr 2021 erfolgt, hat Dresden zwar noch etwas Zeit. Diese dürfe aber nicht verschlafen werden, denn bereits 2019 muss die Bewerbung der einzelnen Städte eingereicht werden. Das „Bewerbungsfoto“ können Sie hier einsehen. Es zeigt im Vordergrund das barocke Dresden und im Hintergrund den Lilienstein, wo sich die Elbe hindurch schlängelt - eine Verbindung, die zumindest die Kandidatin optisch zu einer guten Wahl machen dürfte. Nun kommt es noch auf die Herausstellung ihrer inneren Werte an, um die Konkurrenten auszustechen. Der Anfang 2017 eigens zu diesem Zweck gegründete Förderverein könnte da hilfreich sein, meint Stephan Hoffmann und lädt dazu ein, im Kulturhauptstadtverein mitzuwirken.

 

Die Gäste nutzten im Anschluss die Gelegenheit, sich mit dem Referenten, aber auch untereinander auszutauschen. „Insgesamt kann wieder von einer sehr erfolgreichen Veranstaltung des Wirtschaftsrates Sachsen gesprochen werden“, fasste Claudia Hinrichs den Abend zusammen. „Der Wirtschaftsrat ist auf den Fortgang des Bewerbungsverfahrens gespannt und wird am Thema bleiben“, versicherte sie letztlich.

(Foto: Wirtschaftsrat)