17. Oktober 2017
Landesfachkommission Gesundheitswirtschaft
e-Health: Die Gesundheitswirtschaft wird digital
Ohne klares Regelwerk geht es nicht
Die Digitalisierung ist allgegenwärtig. Unter Begriffen wie e-Health und Digital Health macht sie auch vor der Gesundheitswirtschaft keinen Halt. Die Branche selbst setzt große Hoffnungen in digitale Lösungen. Vor diesem Hintergrund waren Frank Gotthardt, Vorstandsvorsitzender der CompuGroup Medical SE und Vorsitzender der Bundesfachkommission „Digital Health“ des Wirtschaftsrates, sowie Wolfgang Rosenbauer, Generalbevollmächtigter der NXP Semiconductors Germany GmbH, zu Gast bei der Landesfachkommission Gesundheitswirtschaft.

Telematikinfrastruktur: Datenautobahn des Gesundheitswesens 

Frank Gotthardt stellte zunächst die sogenannte Telematikinfrastruktur (TI) vor. Sie solle alle Beteiligten im Gesundheitswesen – von Ärzten, über Krankenhäuser und Apotheken bis hin zu Krankenkassen – sicher miteinander vernetzen. Ein wesentliches Ziel der TI sei es, medizinische Informationen über die Behandlung von Patienten schneller und einfacher verfügbar zu machen. Oberste Priorität habe dabei die Datensicherheit, da gewährleistet sein müsse, dass die elektronischen Dokumente authentisch seien. Dies gelte auch und insbesondere für die Elektronische Gesundheitsakte und die Elektronische Gesundheitskarte. Durch die Einführung der TI werde die Voraussetzung geschaffen, um das Thema e-Health stärker in den Fokus zu rücken und so die Effizienz des Gesundheitswesens um bis zu 20 Prozent zu steigern.   

 

„Zusätzlich muss aber auch die Interoperabilität verbessert werden“, forderte Gotthardt. Dies beinhalte die bessere Normierung von medizinischen Daten, um automatisierte Verfahren zu ermöglichen, die den Arzt bei der Diagnose unterstützten.

 

Ohne klares Regelwerk geht nichts

Wolfgang Rosenbauer ging anschließend auf die Datensicherheit in der Medizintechnik und auf die Zukunft der sogenannten Predictive Maintenance ein. Sicherheit könne von der Hardwareindustrie bereitgestellt werden. Und grundsätzlich lasse sich festhalten, dass Hardware viel schwerer zu hacken sei als Software. „Bestmögliche Sicherheit kann es aber nur geben, wenn  bei der Entwicklung von Produkten eine bessere Abstimmung zwischen Soft- und Hardwareindustrie stattfinden würde“, so Rosenbauer.  

 

Predictive Maintenance, also die vorausschauende Wartung von Maschinen über das Internet, sei auch bei medizinischen Geräten hervorragend einsetzbar. Allerdings, betonte Rosenbauer, bedürfe es eines umfassenden Regelwerks, um die Prozesse transparent und sicher abzuwickeln: „Ohne dieses Regelwerk, das von der Politik vorgegeben werden muss, werden von Unternehmen wie Google etc. intransparente, faktische Standards gesetzt, die die Datensicherheit nicht gewährleisten können“, machte er deutlich.

 

In Zukunft sei Big Data – in strikt anonymisierter Form – aus der Medizin nicht mehr wegzudenken, da medizinischer Fortschritt stark auf der Analyse von Daten basieren werde. Darüber hinaus würden künstliche Intelligenz und Fortschritte in der Robotik zu einer tiefergehenden Automatisierung beitragen und neue ärztliche Berufsbilder entstehen lassen. „Wenn wir dabei die Sicherheit beherzigen, können wir gigantische Fortschritte erzielen“, prognostizierte der Generalbevollmächtigte von NXP.

Kontakt
Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Hamburg
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