03. Mai 2017
Abendveranstaltung der Sektion Plön/Ostholstein im Hause der Burchardt-Spedition
Ein Korken im Flaschenhals
Unmittelbar vor der Landtagswahl hat die Sektion Plön/Ostholsten die Direktkandidaten aus Ostholstein eingeladen, um einen beschleunigten Bau einer neuen Fehmarnsundquerung einzufordern, die spätestens mit dem Bau der festen Beltquerung fertig werden müsse.
v.l. Frank Burchardt, Hans-Werner Blöcker, Christiane Stoldt-Kirchholtes, Jörg Hansen, Peer Knöfler / Foto: Wirtschaftsrat

In dem Staatsvertrag mit dem Königreich Dänemark aus dem Jahr 2008 war die Sundquerung ausgeklammert worden, obgleich sie nicht geeignet ist, die zukünftig aus Skandinavien anrollenden Verkehre aufzunehmen.

Die von Hans-Werner Blöcker moderierte Diskussion im Hause der Spedition Burchardt Transporte in Oldenburg offenbarte eine tiefsitzende, politische Kontroverse. Während der SPD-Direktkandidat seine Teilnahme gleich grundsätzlich abgesagt hatte, lehnte Christiane Stodt-Kirchholtes als Kandidatin der Grünen jegliche Maßnahmen, die mit einer Beltquerung in Verbindung stehen, kompromißlos ab. Den Staatsvertrag müsse man nicht erfüllen. Sie betonte die Lasten für Fehmarn in der Bauphase und negierte jeglichen Nutzen für die Tourismusinsel mit ihren 12.000 Bewohnern.

Dagegen waren sich die beiden übrigen Direktkandidaten, Jörg Hansen von der FDP und Peer Knöfler von der CDU, mit allen übrigen Teilnehmern einig, daß die feste Beltquerung eine explodierende Wertschöpfung für die Region Ostholstein auslösen werde, die auch der Insel zugutekomme. Eine beschleunigte Sundquerung sei deshalb oberstes Gebot.

Ansonsten bremse der Flaschenhals Sundquerung den Nutzen einer fertigen Beltquerung und erhöhe Risiken einer betagten Sundbrücke. Eine Verfahrensbeschleunigung scheint politisch jedoch nur möglich, wenn die Region sich geschlossen dafür stark macht. Bevor also der Flaschenhals beseitigt werden kann, muss zunächst der Korken politisch herausfliegen./bz