25. September 2012
Eine "Reise ins Innere der Erde"
Sektion Groß-Gerau und LFK Umwelt und Energie informierten sich über Geothermie
Zu einer „Reise ins Innere der Erde“ hatten die Sektion Groß-Gerau und die Landesfachkommission „Umwelt und Energie“ im hessischen Wirtschaftsrat Mitglieder und Gäste eingeladen. Thema: „Geothermie“ (Erdwärme). Ort des spannenden und interessanten Geschehens: Das Geothermie-Erlebniszentrum GEOlife des Überlandwerks Groß-Gerau GmbH (ÜWG). Das Unternehmen beschäftigt sich u.a. mit Erdwärme als Strom und Wärmelieferant und plant das erste Tiefen-Geothermie-Kraftwerks in Hessen.

Sektionssprecher Reinhard Jost lobte den Landkreis Groß-Gerau – der immerhin zu den „zwölf interessantesten in ganz Europa zählt - als ideal für innovative Unternehmen. Zu den inzwischen auch in unserer Gesellschaft wahrgenommenen Umwälzungen in Sachen Energiewende sagte Jost, alle müssten sich damit auseinandersetzen, wie das Mammutvorhaben zu schaffen sei. Den in diesem Bereich tätigen Unternehmen und der Politik empfahl er, „noch mehr die Vorteile einer Energiewende hervorzuheben“.

Als ein Schlüsselprojekt zur Energiewende bezeichnete der energiepolitische Sprecher der CDU-Fraktion im hessischen Landtag, Peter Stephan, das geplante Geothermie-Kraftwerk. Erdwärme sei unendlich vorhanden und unabhängig von Wind oder Sonne; somit die ideale Form für Wärme- und Stromgewinnung. Zwar spiele auf längere Sicht bei den regenerativen Energien Wind weiterhin die größte Rolle. Aber bis zu 20 Wärmekraftwerke in Hessen hält Stephan am Ende für möglich. Das Land Hessen werde Förderprojekte auflegen und mit Informationsveranstaltungen den Menschen diese Energiegewinnung näher bringen.

Zur virtuellen Reise ins Innere unseres Planeten führte Marc Andre Glöckner, Pressesprecher der ÜWG, in die Geheimnisse der Erdwärme-Gewinnung ein. Dass z.B. 99 Prozent des Erdvolumens über 1000 Grad heiß sind, dürfte für die meisten Besucher neu gewesen sein. Unter dem Großraum Groß-Gerau befänden sich in ca. 3000 Meter Tiefe etwa 150 Grad heiße Wasseradern, die, an die Oberfläche befördert, den Menschen unendlich als Energieträger zur Verfügung stünden. Wo genau die Bohrungen demnächst stattfinden könnten, werde derzeit ermittelt, nachdem inzwischen tausende von Analysen erstellt worden seien. Im nächsten Jahr soll mit Förder- und Injektionsbohrungen begonnen werden, zwischen 2014 und 2015 sind die Vorbereitung und der Bau des Kraftwerks geplant.

Das Groß-Gerauer  Werk könnte dann pro Jahr rund 25 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produzieren. Diese Menge reicht laut Glöckner aus, um 7000 Haushalte im Kreis Groß-Gerau mit Strom zu versorgen und „leistet damit einen wesentlichen Beitrag für das politische Ziel des Kreises, bis zum Jahr 2020 etwa 30 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu decken.

Das Kraftwerk würde aber auch Wärme produzieren, die den Jahreswärmebedarf von 400 Privathaushalten liefert, was etwa der Menge von 750 000 Litern Heizöl entspreche. Und: Pro Jahr würden gut 27 000 Tonnen CO2 weniger in die Atmosphäre geblasen.

Ein ebenfalls interessanter Aspekt: Das geplante Wärmekraftwerk benötigte ein nur etwa 1000 m2 großes Grundstück – die Größe eines olympischen Schwimmbeckens von 50 m X 25 m.

Zum Unternehmen: Das Überlandwerk Groß-Gerau ist ein hundertprozentiges kommunales Unternehmen und trägt seit 100 Jahren zu einer positiven Entwicklung der Region bei. Beschäftigt werden 60 Mitarbeiter. Neun Städte und Gemeinden werden mit Strom und Straßenbeleuchtung versorgt. Außerdem werden eine Biogasanlage und zwei Biomasse-Anlagen betrieben. Die ÜWG bietet darüber hinaus kundenorientierte Dienstleistungen, Beratungen bis zu kompletten Energiekonzepten sowie Zähler- und Messtechnik an.

Kontakt

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Pressebeauftragter
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Wirtschaftsrat der CDU e.V. – Landesverband Hessen

 

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