22. März 2016
Einfluss des Onlinehandels auf den stationären Einzelhandel und Auswirkungen auf deren Innenstädte
Schnell eine Blu-Ray über Amazon bestellt oder eine Kommode im Onlineshop von IKEA geordert. Immer häufiger werden alltägliche Einkäufe über das Internet getätigt. Ein persönlicher Vorteil für den Kunden in einer immer schneller werdenden Welt. Die Betreiber der verschiedenen Einzelhandelsgeschäfte in den Innenstädten und Kommunen im Land sehen das wohl etwas anders.
Knut Bernsen, Landesgeschäftsführer, Handelsverband Sachsen-Anhalt Foto:Wirtschaftsrat

Die thematische Einführung in den gemeinsamen Abend übernahm Margaret Stange-Gläsener, Centermanagerin, ECE Projektmanagement GmbH & Co.KG. Als Verantwortliche des Allee-Centers Magdeburg erlebt Sie den Trend zum „Online-Shoppen“ anhand der rückläufigen Besucher- und Umsatzzahlen vor Ort.In seinem Impulsvortrag bestätigte Knut Bernsen diese Entwicklung für die gesamte Bundesrepublik. Vor allem kleine und ländliche Kommunen mit geringer Kaufkraft vor Ort leiden besonders unter diesem Trend. Viele Geschäfte in den Innenstädten mussten im Zuge dessen bereits schließen.

Margaret Stange-Gläsener, Centermanagerin, ECE Projektmanagement GmbH & Co.KG Foto: Wirtschaftsrat

Um dieser Entwicklung entgegen wirken zu können muss der Vorgang des Einkaufens an sich attraktiver werden. Die Händler müssen sich Marketingstrategien ausdenken und die Umgebung an den Bedürfnissen der Kunden anpassen,  beispielweise durch eine Form der Kinderbetreuung in größeren Einkaufspassagen oder durch eine optimale Zugänglichkeit und Lage. Dennoch sind die Umsatzzahlen des Einzelhandels in den letzten Jahren insgesamt gewachsen. So stieg der Umsatz im Jahr 2015 beispielsweise um 3,1%. Nichtsdestotrotz bleibt laut Bernsen der digitale Wandel Topthema. Technische Innovationen verschärfen den Wettbewerb signifikant und erhöhen zudem den Investitionsdruck.Im Anschluss an den Impulsvortrag moderierte Margaret Stange-Gläsener die Diskussionsrunde, in welcher sich viele der anwesenden  Unternehmer über die beschriebene Entwicklung besorgt zeigten. Der Trend ist laut Bernsen unumkehrbar und ein Technologieverständnis bzw –offenheit sind wichtig wie nie. Folglich die Forderung: Mehr digital auf der Fläche!