27. Juni 2018
Elektromobilität und Energiespeicher
Münsteraner Wirtschaftsrat im Gespräch mit MEET-Chef Prof. Dr. Winter
Prof. Dr. Winter und Dr. Helmert (Foto: Wirtschaftsrat)

Münster ist für Vieles bekannt. Dass in der Stadt auch ein namhaftes Institut für die Speicherung von elektrischer Energie in Batterien beheimatet ist, war aber nicht allen Unternehmern bewusst. Umso mehr freuten sich die Mitglieder des Wirtschaftsrates der CDU e.V., Sektion Münster, über die Ausführungen von Prof. Dr. Martin Winter, Leiter des Batterieforschungszentrums MEET, der zur Frage, wie Energie gespeichert werden könne, berichtete. Der Wissenschaftler gehörte u.a. zum Beraterstab der Bundeskanzlerin in energiewirtschaftlichen Fragen.

Vor dem Hintergrund des Ausbaus erneuerbarer Energien und der Vision einer elektromobilen Zukunft komme der Entwicklung hoch performanter Energiespeicher eine zentrale Rolle zu. MEET führe wissenschaftliche Grundlagenforschung und industrielle Anwendungen an einem Ort zusammen. Daher werde sowohl eng mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen als auch Partnern aus der Industrie sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen zusammengearbeitet. Ein Team von erfahrenen Wissenschaftlern und Technikern in Verbindung mit einer sehr guten Infrastruktur mit hochmoderner Ausstattung an Geräten, Technik und Labors bieten beste Voraussetzungen, präsentierte Prof. Winter sein Institut.

(Foto: Wirtschaftsrat)

„Die Lithiumionentechnologie ist derzeit das effizienteste Speichermedium. Dies gilt noch bis 2025. Es gibt immer noch ein beträchtliches Steigerungspotential. Ziel der Forschung ist es auch, einen möglichst langen Lebenszyklus der Batterien zu erreichen.“ Dazu zähle, dass eine nicht mehr so leistungsstarke Autobatterie als Zwischenspeicher in Häusern genutzt werden könnte. Damit werde die Wirtschaftlichkeit erhöht und neue Zwischenspeicherkapazitäten geschaffen. Aktuell würden Batterien für Elektroautos nicht nur unter Preis verkauft, sondern die Hersteller dieser Schlüsseltechnologie seien im Wesentlichen chinesische oder japanische Unternehmen. Der größte Anbieter, Panasonic, verkaufe seine Produktion an Tesla. Die chinesischen Hersteller produzierten ausschließlich für den heimischen Automarkt. Die klare Ausrichtung des Automobilmarktes in China auf eine weitere Elektrifizierung sei nicht nur der Umwelt geschuldet, sondern entspreche der industriepolitischen Strategie des Landes.

Sektionssprecher Dr. Helmert dankte Prof. Winter und betonte die Bedeutung der Elektromobilität, insbesondere für die Entlastung der Innenstädte und mahnte zugleich an: „Bei allen Überlegungen, was möglich wäre, darf die Bezahlbarkeit und vor allem die Frage einer marktwirtschaftlichen Grundgestaltung des Mobilitätsmarktes nicht vergessen werden.“