11. Juni 2013
Energieeffizienz als Schlüsselfaktor der Wettbewerbsfähigkeit
Dr. Heinrich-Hermann Schulte, Vorsitzender der Landesfachkommission Umwelt und Energie: "Wir brauchen parteiübergreifenden Zusammenhalt"
Unermüdlich arbeitet die Landesfachkommission Umwelt und Energie am Mammutprojekt Energiewende. Zusammen mit der Sektion Hersfeld-Rotenberg fand in Bebra die jüngste Vortrags- und Diskussionsveranstaltung statt. Das Thema des Abends lautete „Energieeffizienz“. Referent Karl-Heinz Tetzlaff, Leiter Forschung und Entwicklung der H2-Patent GmbH, stellte ein äußerst innovatives Energiekonzept vor.
v.l.n.r.: Dr. Heinrich-Hermann Schulte; Karl-Heinz Richardt; Karl-Heinz Tetzlaff (Foto: Wirtschaftsrat)

„Angesichts steigender Energiepreise und möglicher Versorgungsengpässe ist unsere Sorge groß, dass der Industriestandort Deutschland allmählich seine Attraktivität einbüßt“, sagte Dr. Heinrich-Hermann Schulte, Vorsitzender der Landesfachkommission Umwelt und Energie. Deutschland werde enormen Schaden erleiden, sollte seine industrielle Basis verloren gehen. Umso wichtiger sei, die Energiewende nicht durch parteipolitische Machtspiele zu erschweren. Die Energieversorgung brauche kein parteipolitisches Aushängeschild, sondern „einen volkswirtschaftlichen Zusammenschluss aller Parteien“, bekräftigte Schulte. Schließlich sei die größte Sozialleistung, Arbeitsplätze zu erhalten bzw. zu schaffen. Dies müsse im Interesse aller liegen.

 

„Wir wollen den schnellsten Weg zur erneuerbaren Energie. Aber er muss nachhaltig, innovativ, exportorientiert und finanzierbar sein“, so Schulte. Bei der Technologiewahl dürfe auch der Umweltschutz nicht zu kurz kommen. Eine Lösung, die diesen Anforderungen gerecht werden könnte, stellte Karl-Heinz Tetzlaff vor. Sein Modell sieht eine „grüne Wasserstoffwirtschaft“ vor und soll nach eigener Aussage ein Energiekonzept „aus einem Guss“ sein. Die Idee dahinter ist, die vorhandene Infrastruktur weiterhin, aber anders zu nutzen. Bei einer Energiewirtschaft auf Wasserstoffbasis sei Strom quasi ein Nebenprodukt der Wärmeerzeugung, erklärte Tetzlaff. Der Primärenergieverbrauch wie auch die Energiekosten könnten damit auf ein Viertel des jetzigen Niveaus sinken.