17. Januar 2017
Energienetz der Zukunft
Wissenschaftliche Perspektive der Energiewende beleuchtet
Geballte Expertise im Grosskraftwerk Mannheim: GKM-Vorstand Dr. Markus Binder, KIT-Rektor Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka und drei Forscher der Helmholtz-Gemeinschaft erklärten Chancen und Herausforderungen der Energiewende. Sektionssprecher Johann Wagner führte durch den Abend.
Bei der Führung: Blick von GKM-Block 9 (Foto WR)

„Bei der Energiewende in Deutschland handelt es sich um ein Projekt, das weit in die Zukunft reicht. Der Umbau des Energiesystems bis 2050 muss so flexibel ausgelegt sein, dass er sich jederzeit an geänderte Einflüsse und Rahmenbedingungen anpassen lässt. Dies erfordert eine systemische Betrachtung, die alle übergeordneten Eigenschaften des Energiesystems einbezieht: Struktur und Komponenten, Stabilität und Steuerbarkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit, Gesetzgebung sowie soziale und ethische Aspekte“, erklärte Hanselka.

Prof. Dr. Holger Hanselka bei seinem Vortrag (Foto: WR)

"Energie System 2050", die gemeinsame Initiative des Forschungsbereichs Energie der Helmholtz-Gemeinschaft, nutzt interdisziplinäres Know-how aus den Technik- und Naturwissenschaften, aber auch den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, um bis 2019 greifbare und verwertbare systemtechnische Erkenntnisse und technologische Lösungen zu erarbeiten, die Politik und Wirtschaft aufgreifen können. Prof. Dr. Veit Hagenmeyer („Kopernikus-Projekt ENSURE: Neue Netzstrukturen für die Zukunft"), Prof. Dr. Christof Weinhardt („Wieviel Markt braucht Energie in Zukunft?“) und Dr.-Ing. Karl-Friedrich Ziegahn  („Die Weiterentwicklung der Energiewirtschaft in Baden-Württemberg bis 2025“) erläuterten einzelne Aspekte.

Diskussionsrunde mit den Referenten (Foto: WR)

Binder stellte die Bedeutung konventioneller Kraftwerke für die Versorgungssicherheit in Süddeutschland heraus. Die Grosskraftwerk Mannheim AG produziert Strom für über 2,5 Millionen Menschen, Gewerbe und Industrie sowie Fernwärme für rund 120.000 Haushalte. Durch die Inbetriebnahme von Block 9 im Mai 2015 ist das GKM zum größten Energiestandort in Baden-Württemberg aufgestiegen und trägt maßgeblich zur Versorgungssicherheit in Süddeutschland bei.