18. Oktober 2017
Energiepolitik ist Industriepolitik!
Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart bei Energiepolitischem Dialog
Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (Foto: Wirtschaftsrat)

Industrie und Unternehmen brauchen Planungssicherheit. So lautete die Kernaussage des Energiepolitischen Dialogs des Wirtschaftsrates Nordrhein-Westfalen. Als besonderen Gast konnten Paul Bauwens-Adenauer, Vorsitzender des Landeverbandes und Dr. Hans-Jürgen Brick, Vorsitzender der Landesfachkommission Energiepolitik, NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart begrüßen. Gastgeber Bernd Petelkau, Vorsitzender des Aufsichtsrates der RheinEnergie AG, freute sich über den hohen Besuch und verband mit seinem Grußwort die Bitte an den Minister, sich kraftvoll für die industrie- und wirtschaftspolitischen Interessen Nordrhein-Westfalens einzusetzen. Die zum Veranstaltungssaal umgebaute Turbinenhalle des Rheinenergiekraftwerks Südstadt in Köln lieferte das passende Ambiente zum Schwerpunkt des Abends: Energiepolitik für das Industrieland Nordrhein-Westfalen. Rund 150 Unternehmerinnen und Unternehmer folgten den Ausführungen des Ministers und der Experten auf dem Podium.

(Foto: Wirtschaftsrat)

Eindringlich forderte Pinkwart: „Wir brauchen eine positive Sicht auf die Industrie.“ Mit ihr seien direkt und indirekt 50 Prozent der Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen verbunden. Kritik äußerte er an der übertriebenen Subventionierung von Erneuerbaren Energien. Diese sei eine enorme Belastung für Unternehmen und private Haushalte: „25 Milliarden Euro werden den Kunden jährlich abverlangt.“ Wie ein Damoklesschwert hänge die EEG-Umlage über den energieintensiven Unternehmen, da es nicht sicher sei, ob die Ausnahmen dauerhaft Bestand hätten. „Das ist eine ungute Regelung.“ Ziel müsse es sein, bei den Erneuerbaren ohne Subventionen auszukommen. Pinkwart sprach sich ferner für ein effizientes und effektives Marktdesign aus. Ebenso bezeichnete er die Sektorenkopplung als zentrales Thema.

v.l.n.r. Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge, Direktor und Vorsitzender der Geschäftsleitung, Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln, Dr. Christopher W. Grünewald, Geschäftsführender Gesellschafter, Gebrüder Grünewald GmbH & Co. KG, Volker Backs, Geschäftsführer, Hydro Aluminium Rolled Products GmbH, Henning Rehbaum MdL, Sprecher für Wirtschaft, Energie und Landesplanung der CDU-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen, Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Gunnar Herrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, Ford-Werke GmbH, Dr. Hans-Jürgen Brick, Vorsitzender der Landesfachkommission Energiepolitik und Geschäftsführer der Amprion GmbH, Martin Ogilvie, Hauptgeschäftsführer, Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie, Dr. Andreas Cerbe, Vorstand, RheinEnergie AG (Foto: Wirtschaftsrat)

Energiepolitik ist zugleich Industriepolitik. Die Energiewende kann nur dann gelingen, wenn sie industrielle Aktivitäten weiterhin ermöglicht. Darüber waren sich die Teilnehmer auf dem Podium einig. Dies war hochkarätig besetzt: Von der energieintensiven Aluminium- und Kalkindustrie bis hin zum Netzbetreiber und der Automobilindustrie. Klimaschutz, Elektromobilität, Speichertechnologien, die Rolle konventioneller Kraftwerke und die Digitalisierung der Energiebranche standen im Fokus der Diskussion. Abschließend ergriff Dr. Andreas Cerbe, Vorstand der RheinEnergie AG, das Wort: „Es ist erfreulich, dass sich die Ausführungen von Herrn Minister Professor Pinkwart zur zukünftigen Energiepolitik in weiten Teilen mit den Vorstellungen der nordrhein-westfälischen Unternehmen decken. Um zukünftig eine verlässliche und ökologisch wie ökonomisch sinnvolle Strom- und Wasserversorgung gerade in Ballungsräumen sicherzustellen, müssen die Rahmenbedingungen der Kraft-Wärme-Kopplung und der Fernwärme verbessert und langfristig abgesichert werden.“