02. März 2015
Wirtschaftsrat: Mit Entgeltgleichstellungsgesetz droht nächste Bürokratiewelle
Wolfgang Steiger: Falsches Instrument soll durch Bürokratie verschlimmert werden - Von Berichtspflichten über Mitarbeiterbezahlung war bei kleinen und mittleren Betrieben nie die Rede

Berlin, 02. März 2015. Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. befürchtet durch das von Bundesministerin Schwesig geplante Entgeltgleichstellungsgesetz die nächste Bürokratiewelle für die deutsche Wirtschaft. "Die Bezahlung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch politische Vorgaben steuern zu wollen ist ein grundsätzlicher Fehlschritt. Es gibt große Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei der Berufswahl wie der Lebensplanung - und diese sind der entscheidende Faktor für die Differenzen in der Lohn- und Gehaltsstruktur. Je genauer die statistischen Untersuchungen zwischen Branchen, Berufen und auch Lebensumständen unterscheiden, umso geringer die Gehaltsunterschiede. Die Statistiken, mit denen Stimmung gemacht wird, sind deshalb am wenigsten differenziert. Auf dieser dünnen Grundlage versucht jetzt Frau Schwesig auch noch der gesamten Wirtschaft ein neues Bürokratiemonster überzustülpen", kritisierte Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU e.V.

Der Wirtschaftsrat setzt sich für leistungsgerechte Bezahlung unabhängig vom Geschlecht ein, lehnt aber politische Vorgaben ab. Im Koalitionsvertrag der Großen Koalition war von einer Berichtspflicht ausschließlich für größere Unternehmen ab 500 Mitarbeiter die Rede. Offensichtlich versucht wieder eine SPD-Ministerin ein Maximalprogramm durchzudrücken.

"Hier sind die Koalitionsspitze und die Abgeordneten im Bundestag gefordert, eine übermotivierte Ministerin zu stoppen! Es ist datenschutzrechtlich hochheikel, Gehaltsstrukturen in kleinen und mittleren Betrieben teilweise offen zu legen, weil damit Daten schnell individualisierbar werden. Je kleiner die Betriebseinheit und Gehaltsgruppe, umso leichter lassen sich Daten einzelner Mitarbeiter herausfinden. Hier darf nicht erst das Bundesverfassungsgericht ein Stoppschild aufstellen."

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