08. Februar 2017
Erfolg kennt keine Grenzen - oder doch?
Jahresauftakt der Sektionen Ludwigsburg, Heilbronn und Rems-Murr. Denkanstöße von einem der beides kennt: ganz oben und ganz unten.
Josef Müller mahnt heute zu Realismus: "Schätzen Sie was Sie haben, nicht das was Sie nicht haben" (Foto: Wirtschaftsrat)

Für die Münchner Schickeria war Josef Müller der Geheimtipp, bei dem man sein Geld anlegte. Der lebenslustige „Konsul von Panama“ besaß Millionen, und er machte sie, scheinbar mit links, für sich und für andere. Obwohl Müller seit dem 17. Lebensjahr an den Rollstuhl gefesselt ist, genoss der Mann, der eine Schwäche für Luxusyachten und Nobelkarossen

der Marken Maybach und Rolls Royce besaß, sein Leben in vollen Zügen: Wo Müller war, gab es heiße Models, teure Drogen und wilde Partys, bei denen Geld keine Rolle spielte.

Gastgeber Benedikt Ruf, Geschäftsführer der GINDUMAC GmbH: "Mit unserem Handelsportal für Gebrauchtmaschinen wollen wir den Werkzeug- und Maschinenmarkt revolutionieren" (Foto: Wirtschaftsrat)

Die Wahrheit über den atemberaubenden Aufstieg des Starnberger Steuerberaters Josef Müller in den internationalen Jet-Set, hatte eine kriminelle Komponente – mit einem sanften Einstieg und James-Bond-reifen Folgen. Von diesen und der Erkenntnis, dass Erfolg Grenzen kennt und Geld nicht alles ist, berichtete Müller beim Jahresauftakt der Sektionen Ludwigsburg, Heilbronn und Rems-Murr vor rund 65 Unternehmerinnen und Unternehmern.

Voll besetzte Reihen beim Jahresauftakt der Sektionen Ludwigsburg, Heilbronn und Rems-Murr (Foto: Wirtschaftsrat)

In der ersten Hälfte des Vortrags beleuchtete Müller den Aufstieg und das Jet-Set Leben und erntete so manches Schmunzeln und herzhafte Lachen für seine Anekdoten. Die zweite Hälfte stimmte nachdenklich. Müller zu seiner Zeit im Gefängnis: „Plötzlich war von all den Freunden keiner mehr da. Plötzlich war ich auf mich allein gestellt.“ Diese Zeit habe ihn mehr geprägt als alles zuvor, so Müller. „Ich habe zu Gott gefunden und gelernt, was wirklich zählt im Leben.“ Den anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmern riet Müller, immer wieder zu hinterfragen, welchen Preis sie bereit seien für den Erfolg zu bezahlen und die kleinen Dinge wert zu schätzen. „Schätzen Sie was Sie haben, nicht was Sie nicht haben“, entließ Müller die Zuhörer in das folgende Get-Together.

 

Während Dr. Peter Wende als Sprecher der Sektion Ludwigsburg die Veranstaltung eröffnete, schloss Bernd Georg Rathke, Sprecher der Sektion Heilbronn und dankte dem Referent, wie auch den Gastgebern für einen Abend, der zum Nachdenken anregte.