14. März 2012
„Erfolgreiches PPP-Projekt“
Wirtschaftsrat besichtigt Rettungszentrum des Kreises Soest
„Noch immer bestehen in Deutschland große Vorbehalte gegenüber einer Kooperation von privaten Unternehmen und öffentlichem Sektor. Diese will der Wirtschaftsrat im Rahmen seiner Kampagne „Mehr Privat für einen starken Staat“ abbauen. Jeder Sektor besitzt Kernkompetenzen, über die der andere nicht verfügt. Dies gilt insbesondere für den Bau und Betrieb von Immobilien,“, führte Christoph Hackländer, Sprecher der Sektion Lippstadt/Soest des Wirtschaftsrates der CDU e.V., in seiner Einleitung zu einem Erfahrungsaustausch über die Errichtung des neuen Rettungszentrums des Kreises Soest als PPP-Modell.
(Foto: Wirtschaftsrat)

Hochkarätig besetzt war das Podium mit Ralf Hellermann, Dezernent für Ordnung, Gesundheits- und Verbraucherschutz des Kreises Soest, Dipl.-Ing. Falko Derwald, Geschäftsführer, DERWALD GmbH & Co KG, sowie Richard Weller, Geschäftsführer, VALTEQ makon GmbH, die das erfolgreich umgesetzte PPP-Projekt (Public Private Patnership) den Mitgliedern und Gästen des Wirtschaftsrates der CDU e. V. exklusiv vorstellten, bevor Hans-Peter Trilling, Abteilungsleiter Rettungsdienst, Feuer- und Katastrophenschutz, die Teilnehmer durch das Gebäude führte.

In seinem Vortrag verdeutlichte Weller den Beratungsprozess und die Komplexität des PPP-Verfahrens. Ein erstes Konzept habe nur eine neue Rettungswache und die Kreisfeuerwehrzentrale umfasst. 2007 seien die Überlegungen auf die Bereiche Tierseuchenbekämpfung und die Verwaltung des Rettungsdienstes ausgedehnt worden. Außerdem seien der Katastrophenschutz samt Krisenstab und die Verwaltung des Veterinärsdienste in die Pläne aufgenommen worden. Im August 2008 habe der Kreistag dann über den Bau des Gebäudes sowie das Raumprogramm, über die Finanzierungsvariante PPP und die Bildung einer Steuerungsgruppe unter Beteilung der Politik entschieden. Im Oktober 2008 sei der Beschluss zur Integration der Polizeileitstelle gefolgt. Anfang 2009 habe man den Teilnahmewettbewerb, mit dem der Investor ermittelt worden sei, gestartet. Die gemeinsame Unterbringung von vier Einrichtungen der Gefahrenabwehr plus Veterinärdienst gelte als Konzept mit landesweiten Pilotcharakter.

„Ein Plus an Sicherheit durch die neue Form der direkten Zusammenarbeit“, hob der Spitzenbeamte, Ralf Hellermann, einleitend hervor und betonte die Vorteile eines privaten Partners. Mit diesem Modell habe die regionale Wirtschaft eingebunden und über 60 % der Aufträge an heimische Unternehmen vergeben werden können. Der Wirtschaftlichkeitsvorteil des PPP-Projektes sei mit 7,9% zu veranschlagen. Auch habe es durch die Flexibilität des Investors, der DERWALD GmbH & Co. KG, eine ernorme Zeitersparnis bei der Realisation gegeben.

Abschließend beschrieb Falko Derwald als Auftragsnehmer seine Erfahrungen. Sein Unternehmen habe in den letzten Jahren durch eine Vielzahl von PPP-Modellen, wie eine Feuerwache in Dortmund oder das Hauptzollamt in Münster, lernen können, sich auf die Bedürfnisse des öffentlichen Sektors einzustellen. Wichtig bei einem PPP-Modell sei es, dass es für beide Partner eine win-win-Situation entstehen müsse, erläuterte der Geschäftsführer.