04. März 2013
Erfolgsfaktoren für die Region Lübeck
Sektion Lübeck empfängt Wolfgang Werner (Agentur für Arbeit) im Hause Bockholdt Gebäudedienste KG
Der Arbeitsmarkt hat sich von einem Arbeitgeber- zu einem Arbeitnehmermarkt entwickelt. Diese Tendenz wird sich in den nächsten Jahren weiter verstärken. Zur Zeit ist sowohl die Beschäftigung so hoch als auch die Arbeitslosigkeit so niedrig wie zuletzt 1993.
Wolfgang Werner, AfA - Agentur für Arbeit Lübeck (Foto: Wirtschaftsrat)

"In einzelnen Branchen gibt es bereits spürbare Fachkräfteengpässe", dieses Szenario entwickelte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck, Wolfgang
Werner, bei einem Mittagsgespräch der dortigen Sektion des Wirtschaftsrates. Lübeck selbst hatte im Oktober die niedrigste Arbeitslosenquote der vier kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein. Vor vier Jahren war es noch die höchste.

Die Unternehmen müssten wissen, dass die Suche nach Arbeitskräften künftig zeitaufwendiger werden wird, sagte Werner. Auf der anderen Seite gebe es "relativ marktferne" Arbeitslose, die nur unter großen Schwierigkeiten vermittelbar seien. Auch das Problem der Saisonarbeitslosigkeit, beispielsweise in einer Ferienregion in Ostholstein, sei noch nicht gelöst.

Für ein Zimmermädchen, das mit Saisonende bis zum Frühjahr seinen Job verliere, habe in dieser Zeit auch ein Unternehmen wie Bockholdt keine Einsatzmöglichkeit, so dessen Geschäftsführer. Das mit rund 5000 Mitarbeitern führende Reinigungsunternehmen in Norddeutschland war Gastgeber der Veranstaltung.

Um die Probleme zumindest zum Teil zu überwinden, riet Werner zur Bildung von altersgerechten Teams und zur Einrichtung von altersgerechten Arbeitsplätzen. So könne beispielsweise der Missstand überwunden werden, daß von den 55- bis 64-Jährigen gegenwärtig  lediglich 56 Prozent berufstätig sind. Durch familienpolitische Maßnahmen, auch in den Betrieben, seien darüber hinaus "Erwerbspartizipation und Arbeitszeitvolumen" von Frauen steigerbar.

Qualifizierung und Weiterbildung müssten vorangetrieben werden. Und: Die Wochenarbeitszeit von Vollzeitkräften - zur Zeit 41,8 Stunden - könne durch flexible Regelungen und die Nutzung von innerbetrieblichen Spielräumen erhöht werden - "eine Win-Win-Situation für beide Seiten."