04. Juni 2020
Erweiterung der EZB-Anleihekäufe überzogen
Wolfgang Steiger: Bazooka trifft nicht das Ziel, richtet jede Menge Kollateralschäden an

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. kritisiert die Aufstockung EZB-Notfallprogramms PEPP, mit dem das Volumen für den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen um weitere 600 Milliarden Euro auf 1,35 Billionen Euro erhöht wird. "Die Überschussliquidität in der Eurozone beträgt bereits unvorstellbare zwei Billionen Euro, nun flutet die EZB weitere Geldmassen in die Märkte. Doch Gelddrucken führt keine unterbrochenen Lieferketten zusammen und bringt auch keine Verbraucher wieder in die Läden, die Sorge haben, sich zu infizieren. Die Bazooka trifft nicht das Ziel, richtet aber jede Menge Kollateralschaden an", unterstreicht Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates.

Europa bewegt sich mit riesigen Schritten auf das japanische Modell zu: Gewaltige Schuldenberge und  aufgeblähte Notenbankbilanzen. Doch wenn die EZB weiterhin dem japanischen Rezept folgt, wird sie auch dasselbe Ergebnis bekommen. Eine anhaltende Stagnation und Schuldenberge, die  nur tragbar sind, wenn die Notenbank zur ständigen Monetarisierung bereitsteht. "Nachdem die EZB  trotz schwerster Geschütze seit Jahren ihr angestrebtes Inflationsziel immer wieder verfehlt, scheint sie sich nun konsequenter Weise ein neues Zielobjekt ausgesucht zu haben. Die Spreads italienischer Staatsanleihen zu den als sicher geltenden Bundesanleihen sollen künstlich gering gehalten werden. Die EZB hat sich in den letzten Monaten zugunsten Italiens vom Kapitalschlüssel entfernt. Diese Abweichung und die jetzige Aufstockung des PEPP-Programms sind vor dem Hintergrund des Bundesverfassungsgerichtsurteils kaum noch als fehlendes Fingerspitzengefühl zu bezeichnen, sondern steuern stark auf die Kategorie 'Affront' zu", so Wolfgang Steiger.

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