04. April 2011
EU-weites Energiekonzept notwendig!
Europaabgeordneter Herbert Reul MdEP spricht vor dem Wirtschaftsrat in Düsseldorf und Wuppertal
„Energiepolitik ist eines der wichtigsten Themen in einer industrialisierten Volkswirtschaft. Aufgrund der wachsenden Bedeutung energiepolitischer Fragestellungen für die Industrie ist die Energiepolitik in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund von Diskussionen gerückt,“ sagte Herbert Reul MdEP, Vorsitzender des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie im Europäischen Parlament, vor Mitgliedern des Wirtschaftsrates der CDU e.V. in Düsseldorf und Wuppertal.

In der Europäischen Union werde Energiepolitik vor allem unter klimapolitischen Aspekten betrachtet. Das sei allerdings nicht ausreichend. Neben der Klimaverträglichkeit müssten auch Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit im Fokus stehen. Es müsse auf einen ausgewogenen Energiemix gesetzt werden, der auch erneuerbare Energiequellen einschließe. Nur durch Diversifikation sei es möglich, die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Bei der Förderung von erneuerbaren Energien befürwortete Reul ein Ende der Kleinstaaterei: „Ein kostengünstiger Ausbau der Erneuerbaren ist unverzichtbar. Das bedeutet, dass man die nationale Brille abnehmen und die europäische aufsetzen muss. Sonnen- oder Windenergie sollen dort finanziell unterstützt werden, wo die meisten Sonnenstrahlen oder die höchsten Windstärken zu verzeichnen sind, also etwa in Südspanien oder in Großbritannien. Das steigert die Effizienz. Zudem kann dadurch der Subventionswettlauf der nationalen Systeme gestoppt werden, was Klima und  Steuerzahler zugute kommt“, sagte der Europaabgeordnete.

Mindestens genauso wichtig wie der Ausbau der Erneuerbaren seien verstärkte Maßnahmen, um Energie einzusparen. So gebe es unter anderem im Gebäudebereich ein enormes Einsparpotential. Daher seien Richtlinien zur Energieeinsparung bei Neubauten sinnvoll. Dennoch gab der Vorsitzende des europäischen Industrieausschusses den international vergleichsweise geringen Anteil der EU an den weltweiten CO2-Emissionen zu bedenken. „Selbst wenn sich die EU akribische Energieeffizienzziele verordnen und in den Alltag der Menschen durchregieren sollte, würde das wenig bis keine Wirkung auf den Klimaschutz haben, wenn gleichzeitig immer mehr Stahlwerke und Kohlekraftwerke in Brasilien, China und Indien dampfen“, unterstrich Reul.



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