25. April 2012
"Europa hat Zukunft, vorausgesetzt Europa ist sich einig"
Dr. h.c. Rudolf Böhmler, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, spricht vor dem Wirtschaftsrat Sektion Ostalb über die Schuldenkrise und deren Auswirkungen auf den Euro
„Wir freuen uns sehr, dass wir heute Dr. h.c. Rudolf Böhmler bei uns zu Gast haben. Aus profunderem Munde kann man einen Vortrag zum Thema „Die Schuldenkrise als Bewährungsprobe für den Euro“ nicht erhalten.“, begrüßte Udo Effenberger, Mitglied im Vorstand der Sektion Ostalb, die Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates im Gustav-Klimt-Saal der Volksbank Schwäbisch Gmünd eG.

In seinem Vortrag ging Rudolf Böhmler auf die Ursachen der Staatsschuldenkrise ein und zeigte auf, warum diese auch als Belastungsprobe für die Gemeinschaftswährung ‚Euro‘ begriffen werden muss. Schließlich stehe einer zentralen Geld- und Währungspolitik im Euroraum eine dezentrale Finanzpolitik der Mitgliedsstaaten gegenüber. Als mitverantwortlich für die schlechte Ausgangslage vieler Länder zu Beginn dieser „schwersten Krise der Eurozeit“ identifizierte das Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank u. a. auch die Aufweichung der Maastricht-Kriterien. Rudolf Böhmler machte auch klar, dass „mit den Rettungsschirmen nur Zeit erkauft werden kann, die dringend genutzt werden muss, um die Ursachen der Krise anzugehen.“ Zur Lösung der Krise müssten drei große Baustellen bewältigt werden: Die Haushaltskonsolidierung Griechenlands, die Errichtung von leistungsfähigen Brandmauern, um die Ansteckung weiterer Länder zu verhindern und die Einführung eines stabileren Fundaments für die Währungsunion. „Die Notenbanken tun wirklich alles, was in ihrer Macht steht, um die Auswirkungen der Eurokrise zu begrenzen. Aber sie müssen dies im Rahmen ihres Mandates tun, sie dürfen ihre Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel setzen und sie dürfen nicht in großem Stile Solvenzrisiken von Staaten und Banken übernehmen. Die Lösung der Krise bleibt Aufgabe der Politik.“, unterstrich er; außerdem forderte er eine „Finanzmarktregulierung mit Augenmaß“.

 

Einen positiven Ausblick gab Böhmler am Ende seines Vortrags: „Europa hat Zukunft, vorausgesetzt Europa ist sich einig.“ „Das Trojanische Pferd Griechenland nimmt uns in Europa ganz schön mit.“, schloss Udo Effenberger und dankte Böhmler für seine Ausführungen.

 

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