19. Oktober 2015
Demokratie ist ein hohes Gut, das es zu bewahren gilt – Auch in Zeiten von Krise und Anfechtung
Exklusive Sektverkostung in Deutschlands ältester Sektkellerei
Vertrauen stärken - Unter diesem Motto trafen sich die ehrenamtlichen Mitglieder des Landesverbandes zu einer Sektverkostung in den ehrwürdigen Räumen der Sektkellerei Kessler, der ältesten ihrer Art in Deutschland. Zu Beginn der Veranstaltung gab es einen Impulsvortrag von Stadtoberhaupt Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger, der sich aktuellen kommunalpolitischen Fragen wie Digitalisierung, Flüchtlingskrise sowie Infrastruktur widmete. Anschließend wurden unter Anleitung von Bertram Haak, Sommelier und Musiker, fünf prickelnde KESSLER Sektkreationen der neuen Produktlinie vor deren offizieller Markteinführung verkostet.

Starkes Interesse der Menschen an der Politik, vielfältiges ehrenamtliches Engagement und hohe Wahlbeteiligungen sind wichtige Gradmesser für ihre Anziehungskraft. Politische Bildung schärft das demokratische Bewusstsein und fördert Engagement. Die Vermittlung grundlegender Werte und schwieriger Zusammenhänge stärken das Vertrauen der Menschen in das Funktionieren der Demokratie – und zwar unabhängig davon, was sie an wirtschaftlichen und sozialen Leistungen hervorbringt. Bildung trägt dazu bei, die Unterstützung für die Demokratie auch in wirtschaftlich und sozial schwierigen Zeiten zu bewahren.

 

Landesvorsitzender Dr. Ulrich Zeitel begrüßte und dankte für die Möglichkeit, die Veranstaltung in der Beletage des Hauses Kessler in Esslingens Stadtmitte abhalten zu dürfen.

 

Anschließend übernahm Bertram Haak, Vertriebsleiter und Sommelier, die Leitung des Abends. Er begann mit einer Anekdote aus dem Leben von Joshua Bell, dem weltbekannten Violinist. Dieser hatte sich einer Idee des Boston Globe folgend dazu bereit erklärt, zur Rush-Hour Zeit in einer der U-Bahn Stationen der Stadt als Straßenmusiker aufzutreten. Obwohl er die schwersten Stücke Bachs auf einer Stradivari im Wert von 3,5 Millionen US Dollar wie immer virtuos darbot, interessierten sich nur wenige für die Darbietung. Kunst brauche eben Zeit und Muße führte Bertram Haak aus. Diese Zeit und Muße solle neben dem Raum für politische Diskussion an diesem Abend gewährleistet sein.

 

Im Anschluss folgte der Impulsvortrag von Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger. Dieser befasste sich mit infrastrukturellen Problemen des Landes, von denen seine Stadt, angesichts dreier Flussbrücken, die es zu unterhalten gilt, besonders betroffen ist. Der Unterhalt dieser Brücken kostet sehr viel Geld. Angesichts jahrelanger Verfehlungen auf Bundes- und Landesebene fehlt hier ein durchdachtes Konzept, um die Verkehrslenkung im Raum Stuttgart positiv und nachhaltig zu gestalten. Die Sanierungsarbeiten bleiben somit immer nur „Stückwerk von begrenzter Haltbarkeitsdauer“.

 

Anschließend ging es um die aktuelle Flüchtlingsdebatte. Dr. Zieger machte deutlich, dass die moralischen Appelle der Kanzlerin keineswegs ausreichend sind, um die Lösung der derzeit drängenden Probleme auch nur ansatzweise sicherzustellen. Die föderale Struktur Deutschlands führe dazu, dass die Kommunen auf der Strecke bleiben. Der zuletzt ausgehandelte Kompromiss zwischen Stadt und Ländern sieht er deshalb eher kritisch, „bleibe das Geld doch oft auf Länderebene hängen“. Die Kommunen werden angesichts der hohen Flüchtlingszahlen allein gelassen und kommen-wenn sie es nicht schon sind- weit an die Grenzen dessen, was sie zu leisten fähig sind.

 

Integration sei nicht nur ein Wort, es bedürfe enormer Anstrengung und somit auch ausreichender Geld- und Sachmittel, um möglichst schnell Deutschkurse, die er neben einem strukturierten Tagesablauf als Schlüssel zur Integration sieht, anbieten zu können.

 

Oberbürgermeister Dr. Zieger endete mit einem Appell an die anwesenden Unternehmer. Auch diese müssen ihren Beitrag leisten und zu einem Gelingen der Integration beitragen. Es gehe hier weniger um ein Angebot an qualifizierten Arbeitsstellen, sondern um Arbeiten, die eine Strukturierung des Tagesablaufes der Flüchtlinge ermöglichen.

 

Zum Abschluss der Veranstaltung nahm Bernd Haake die Teilnehmer dann nochmals auf eine Entdeckungsreise der Sinne. Begleitet von seiner vorzüglichen selbst zusammengestellten und vorgetragenen Bratsche Musik konnten sich die Teilnehmer nach ausgiebiger Diskussion bei Verkostung der neuen Produktlinie Kesslers wieder den schönen Dingen des Lebens widmen.

Impressionen
Sektkellerei Kessler. (Foto:WR)
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