12. Juli 2017
Experten der Disruption
Innovationspolitisches Frühstück no. 5
Auf dem Dach des Gerber: Mit Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Dr. Christian Peylo (Bosch Center for Artificial Intelligence), Klaus Baumgärtner (BridgingIT) und Dr. Stefan Kaufmann MdB widmete sich ein echtes Expertengremium dem Fokus "disruptive Innovation".
Experten vlnr: Klaus Baumgärtner, Dr. Christoph Peylo, Stefan Kaufmann MdB, Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas (Foto: WR)

Die Politik möge eigentlich keine Disruption, begann Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, Abteilungsleiter für Schlüsseltechnologien, Forschung und Innovation im BMBF, seinen Vortrag. Das Dilemma der Forschungspolitik: Man müsse sich selbst angreifen. Deutschland werde international als innovativ gesehen. Altes mit Neuem zu verbinden, sei die Stärke, ideal für Industrie 4.0. Man mache deshalb eine duale Politik, bei der man das eine nicht aufgebe und dennoch Platz sei für neue Entwicklungen. Den ‚German Mittelstand‘ als Rückgrat der Wirtschaft habe man seit 2005 vermehrt gefördert. Eine dritte Komponente sei gezielt Gründungen zu fördern. Denn eines sei klar: Disruption entstehe nicht in den Strukturen der klassischen Industrie.

Volles Haus bei der BridgingIT GmbH (Foto: WR)

"Deep" wurde es bei dem Vortrag von Boschs Global Head in Sachen künstlicher Intelligenz, Dr. Christoph Peylo. Er vermittelte die Grundlagen von deep learning und KI. KI sei kein 'game changer', sie sei hochgradig mathematisch und die Grenzen der Informatik könnten nicht überschritten werden. Warum komme KI gerade jetzt zum Einsatz? Wegen des Anstiegs der Rechenleistung, der Erschwinglichkeit von Konnektivität und günstiger Speicher. KI komme v.a. bei Spracherkennung, Wahlprognosen, Autopiloten und in der medizinischen Diagnostik zum Einsatz. Bis jetzt lasse sich aber schwer Geld damit verdienen.
Bosch investiere sieben Milliarden Euro im Jahr für Forschung und Entwicklung. Bei der KI nutze Bosch vor allem seine Sensortechnik und seine Kompetenz im Software-Bereich für intelligente Assistenten.

Prof. Dr. Lukas, BMBF, bei seinem Vortrag (Foto: WR)

Mehr als 500 festangestellte Mitarbeiter beraten an acht Standorten Kunden des gehobenen Mittelstandes und Konzernkunden bei der Umsetzung von Unternehmensstrategien und dem Einsatz modernster Technologien, erläuterte Gastgeber und BridgingIT-Geschäftsführer Klaus Baumgärtner, jüngstes Mitglied im Wirtschaftsrat. Ist Disruption eine Abwehrschlacht? Baumgärtner forderte dazu auf, neue Technologien einzusetzen, auch wenn es sich nicht um ein deutsches Produkt handele.