22. Oktober 2013
Fachkräftemangel, Generation Y und Talentmagnetismus: wie die Herausforderung Personal meistern?
Regionalkonferenz Bodensee-Oberschwaben der Zeppelin Universität Friedrichshafen in Kooperation mit dem Landesverband Baden-Württemberg
Die Zahl unbesetzter Stellen in Süddeutschland steigt auf ein neues Rekordhoch, die Sorgen von Industrie, Handel und Dienstleistungen vor dem Fachkräftemangel auch. Welche Anstrengungen sind notwendig, damit Unternehmen in einigen Jahren noch die Fachkräfte finden, die sie wirklich brauchen? Welche Maßnahmen der Personalbindung- von Kitas bis zu Home-Office-Regelungen - sind notwendig, um gute Mitarbeiter langfristig zu binden? Fragen, welche sich die Regionalkonferenz Bodensee Oberschwaben zum Fachkräftemangel, zur jungen Generation und zum Umgang mit jungen Talenten stellten.
Thomas Sattelberger fordert radikales Umdenken bei Talentmanagement und (Hoch-) Schulpolitik (Foto: Wirtschaftsrat)

Viele Bereiche der Arbeitsmärkte wandeln sich von Anbieter- zu Nachfragemärkten. Vielen, vor allem mittleren Unternehmen, fällt es nicht leicht, sich auf diesen immer wettbewerblicheren Arbeitsmärkten zu behaupten. Die halbtägige von Zeppelin Universität und Wirtschaftsrat, Landesverband Baden-Württemberg, veranstaltete Regionalkonferenz zur Frage „Herausforderung Personal“ fokussierte sich daher auf die Bedürfnisse der nächsten Arbeitnehmergenerationen, auf die Maßnahmen der Unternehmen sowie auf die Frage, wie Regionen und Netzwerke die Attraktivität für beide Seiten steigern können.

 

Nach Begrüßung durch Gastgeber Tim Göbel, Vizepräsident der Zeppelin Universität Friedrichshafen, und Helmut Hirner, Sprecher der Sektion Ravensburg/Friedrichshafen, hörten die Mitglieder der Sektion Ravensburg/Friedrichshafen einen Impulsvortrag von Thomas Sattelberger, ehemaliger Personalvorstand der Deutschen Telekom AG und heute u.a. Vorstandsvorsitzender der ZU-Stiftung zum Thema „Fachkräftemangel: Radikales Umdenken bei Talentmanagement und (Hoch-)Schulpolitik“.

 

Hochmotiviert und bestens ausgebildet - so präsentiere sich die neue Generation von Erwerbstätigen, die den Beinamen „Generation Y“ als Nachfolgerpendant zur „Generation X“, den geburtenstarken Jahrgängen erhalten habe. Doch die neue Riege von jungen, ehrgeizigen Arbeitnehmern unterscheide sich grundlegend von ihren Vorgängern. Anstatt geordneter Arbeitszeiten forderten sie mehr Flexibilität für Hobbies und Familie. Hierarchien sollten so flach wie möglich gehalten werden, um Teamwork über verschiedene Unternehmensebenen zu fördern. Arbeitgeber hätten es teils schwer, sich mit dieser Generation zu arrangieren und sie entsprechend in die Arbeitswelt einzubeziehen. Durch diesen Anforderungswechsel von jungen Arbeitnehmern schafften es nur wenige Firmen, diese Zielgruppe richtig anzusprechen und langfristig als Mitarbeiter zu binden.

Podiumsdiskussion "Fachkräftemangel" (Foto: Wirtschaftsrat)

Auch der Wirtschaftsrat setzt sich aktiv für die Sicherung von Fachkräften ein und möchte die Fachkräftebasis aktiv ausbauen, dabei ältere Menschen beschäftigen, Migranten, Bildungsfernen und Frauen gerechte Chancen auf Arbeit geben und somit die Wirtschaft nachhaltig stärken.

 

Nach diesem Impulsreferat gab es die Möglichkeit, an verschiedenen Vertiefungsmodulen und Workshops wie zum Beispiel zu Themen wie „Talentemagnetismus – wie Mitarbeiter attrahieren und halten?“, „Employer Branding – die Macht der Arbeitgebermarke messen“ oder „Talent trifft Praxis – Praxis trifft Talente – Kooperationen mit Hochschulen gestalten“ teilzunehmen.  

 

Weitere Vertiefungsmodule waren u.a. „Hochschulen als Partner der Personalentwicklung: Angebote lebenslangen Lernens“, „Generation Y – wie ticken die Führungskräfte von morgen?“ oder „Personalkonzept Dual Career – Wie Sie die Rekrutierung und Bindung der besten Köpfe fördern können“.

 

Tageshöhepunkt war indes die Podiumsdiskussion zum Thema „Fachkräftemangel“ mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Lehre, so Helmut Hirner, Sprecher der Sektion Ravensburg/Friedrichshafen, Prof. Dr. Stephan A. Jansen, Präsident der ZU, Prof. Dr. Peter Jany, Hauptgeschäftsführer der IHK Bodensee-Oberschwaben, Michelle Mallwitz, studentische Vizepräsidentin der ZU, Thomas Sattelberger, ehem. Personalvorstand der Deutschen Telekom AG und heute u.a. Vorstandsvorsitzender der ZU-Stiftung unter Moderation von Tim Göbel, Vizepräsident der ZU.

Sektionssprecher Helmut Hirner (Foto: Wirtschaftsrat)

Nach regem Austausch sowohl unter, als auch zwischen den Generationen und lehrreichen Workshops, bedankte sich Sektionssprecher Helmut Hirner bei der Zeppelin Universität, den Unternehmern und bei den Studenten, die alle zusammen diesen interessanten Nachmittag erst möglich gemacht hatten und wechselseitig viel voneinander lernen konnten.

 

Ein abwechslungsreicher Mix aus Frontalimpulsen und Arbeitsgruppen sowie ein breites Spektrum an Teilnehmern, das von Studierenden bis zu erfahrenen Wirtschaftsführern reichte.

 

„Die Kommunikation ist ein absolut unentbehrlicher Faktor, gerade zwischen Geschäftsführern und aktiven Vertretern der Wirtschaft sowie den Studenten – der noch lernenden und der bereits fest im Arbeitsleben verankerten Generation“ so eine zusammenfassende Schlussfolgerung. 

 

Landesgeschäftsführer Bernhard Feßler zeigte sich sehr beeindruckt vom Angebot der Zeppelin Universität, aber auch vom Programm der Regionalkonferenz: „Heute haben wir Wirtschaftsrat live erlebt, die Verzahnung von Wirtschaft und Industrie mit Wissenschaft und Lehre. Nur so können wir langfristig den Standort Deutschland nachhaltig sichern.“