21. Juni 2012
„Fachkräftemangel muss begegnet werden“
Handwerkskammerpräsident Dieter Philipp vor Aachener Wirtschaftsrat
Der Präsident der Handwerkskammer Aachen, Dieter Philipp, berichtete vor der Sektion Aachen des Wirtschaftsrates der CDU e.V. über die aktuelle Situation des Handwerks in der Region Aachen.
v.l.n.r. Dieter Philipp; Herbert Prömper, Sprecher der Sektion Aachen (Foto: Wirtschaftsrat)

Insgesamt sei die wirtschaftliche Entwicklung in den ersten Monaten dieses Jahres überaus zufriedenstellend verlaufen. Die Betriebe hätten gute Geschäfte gemacht. Diese sei das Ergebnis einer guten Verbraucherstimmung und eines allgemein positiven Geschäftsklimas.

 

Voraussetzung für den Erfolg des deutschen Handwerks - der der vielseitigste Wirtschaftsbereichs Deutschland sei und in seinen bundesweite 988.000 Betrieben rund 4,43 Millionen Menschen beschäftige - sei die hohe Qualität seiner Produkte und Dienstleistungen. Dieser hohe Standard ließe sich aber nur durch gut ausgebildete und qualifizierte Mitarbeiter halten. Angesichts des demographischen Wandels führe die Kammer eine Image-Kampagne „Das Handwerk“ durch. Philipp betonte, dass die 16.200 Betriebe im Kammerbezirk mit ihren 100.000 Mitarbeitern auch zukünftig rund 7.000 Auszubildende benötigten, um die altersbedingte Fluktuation auszugleichen. „Wir brauchen die Köpfe, Hände und das Herz für das Handwerk“, betonte Philipp.

Das Bild des Handwerks in der öffentlichen Wahrnehmung sei aber leider ein anderes. Selbstverständlich komme das Handwerk vom Zunftwesen, aber heute sei es moderner und zukunftsorientiert. Das duale Ausbildungssystem sei ein Erfolgsmodell, welches durch die Verknüpfung mit einem Studium an einer Fachhochschule noch mehr an Attraktivität gewinnen werde, so der Präsident.  

Weiterhin unterstrich Philipp, dass das aktuelle politische Thema „Energiewende“ für das Handwerk positive Auswirkungen habe. Allerdings seien die Steuervergünstigungen derzeit mit so hohen Rahmenbedingungen verknüpft, dass diese von Privatpersonen nicht erfüllt werden könnten. Insbesondere bei einer sich abzeichnenden Abflachung der exportgetriebenen Konjunktur könnten von der energetischen Sanierung von Wohngebäuden neue Wachstumsimpulse ausgehen.