29. Juni 2015
Fachkräftesicherung - Große Herausforderung
Madeleine Seidel beim Wirtschaftsrat im Westerwald
Sektionssprecher Jürgen Grimm konnte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Montabaur, Madeleine Seidel, zu einem Wirtschaftsrats-Lunch in Wirges begrüßen. Es ging um die Fachkräftesicherung und wie sich die Arbeitsverwaltung, aber auch die Unternehmen hierauf vorbereiten müssen.
Sektionssprecher Jürgen Grimm (links) und Madeleine Seidel beim Wirtschaftsrats-Lunch in Wirges (Foto: Wirtschaftsrat)

Insgesamt ist die Tendenz am Arbeitsmarkt sehr erfreulich. So geht die Sockelarbeitslosigkeit zurück und im Jahre 2014 wurde eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 6,7 % bundesweit registriert. Dabei liegt der Arbeitsamtsbezirk Montabaur, zu dem der Westerwaldkreis gehört, mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von um die 4 % sogar noch besser. Ferner hat sich der Bestand gemeldeter offener Arbeitsstellen im Arbeitsamtsbezirk gegenüber 2014 um 360 erhöht. Die Zahl der Sozialversicherungsbeschäftigten im Arbeitsamtsbezirk Montabaur ist seit 2009 um fast 8.000 zusätzliche Beschäftigte gestiegen. 


Insgesamt darf jedoch diese positive Entwicklung nicht darüber hinweg täuschen, dass angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland das Arbeitskräftepotenzial sich insgesamt bis 2015 um über 6 Millionen Personen gegenüber 2009 verringern wird. Erschwert wird diese Entwicklung durch die personenstarken Beschäftigungsjahrgänge, die in 15 – 20 Jahren in Rente gehen. Ebenso wirken sich die geburtenschwachen Jahrgänge bereits aktuell in Schulentlassungszahlen aus. Die Tendenz zum weiterführenden Schulbesuch und zur Akademisierung hält an, so dass bereits ein Mangel an nichtakademischen Fachkräften in einzelnen technischen Berufsgruppen und bei den Ingenieuren auch in Rheinland-Pfalz spürbar ist. Eklatant fällt dieser Fachkräftemangel in den Gesundheits- und Pflegeberufen aus, wo man fast schon flächendeckend von einem Mangel in ganz Deutschland sprechen kann. 


Mit dem Programm „BA 2020“ will die Arbeitsagentur dem entgegen wirken. Dabei sollen insbesondere die Potenziale insbesondere der noch nicht erwerbstätigen Frauen nach der Familienphase, der Langzeitarbeitslosen, der Jugendlichen ohne Schulabschluss und der Studienabbrecher durch entsprechende Qualifizierung für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Die Bundesagentur berät auch die Arbeitgeber und setzt auf Kooperation, denn die Zukunft wird weisen, dass die Gewinnung von Fachkräften äußerst schwierig wird und daher neue Wege beschritten werden müssen, bei denen die Agentur für Arbeit auf die Offenheit der Arbeitgeber setzt.