08. November 2017
Fehler der Energiewende dürfen sich nicht im Verkehrssektor wiederholen
Wolfgang Steiger: Wir brauchen einen technologieoffenen europäischen Marktrahmen statt Zwangsvorgaben

Der Wirtschaftsrat der CDU e. V. ist erleichtert, dass die Europäische Kommission von der Einführung einer Quote für Neuwagen mit Elektromotor oder anderen emissionsfreien Motoren absieht. Statt die Flotten per Dekret aus Brüssel oder Berlin vorzugeben, müssen Anreize geschaffen werden. Nur dann werden sich die wettbewerbsfähigsten und praxistauglichsten klimafreundlichen Innovationen durchsetzen. Hierzu bedarf es eines technologieoffenen europäischen Marktrahmens. „In der E-Mobilität zudem das Maß aller Dinge zu sehen, wäre fatal. Denn allein die Bereitstellung entsprechender Lade- und Versorgungsinfrastrukturen erfordert Investitionen in Milliardenhöhe“, erklärte Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU.

Mit Blick auf die laufenden Sondierungsgespräche der schwarz-gelb-grünen Koalition in Berlin warnte Steiger: „Auf keinen Fall dürfen wir die Fehler der überhasteten Energiewende zu Lasten von Wirtschaft und Verbrauchern nun im Verkehrssektor wiederholen. Dies beinhaltet auch Fahrverbote oder ein grundsätzliches Verbot von Verbrennungsmotoren.“

„Gerade auch industriepolitisch wäre es unverantwortlich, aus koalitionstaktischen Gründen durch politische Vorgaben etablierte Wertschöpfungsketten im bedeutendsten Industriezweig Deutschlands mit derzeit 800.000 Arbeitsplätzen zu gefährden. Klar ist: Die europäischen Kohlenstoffdioxid-Minderungsziele zur Flottenregulierung bis 2020 können ohne emissionsarme Dieseltechnologie und moderne Verbrennungsmotoren nicht erreicht werden."

Mit Blick auf die EU-Flottenregulierung bis 2030 ist die neue Bundesregierung in der Pflicht, sich im Europäischen Rat für vernünftige Ziele einzusetzen. Statt der politischen Vorgabe einer Antriebstechnologie sollte auf adaptive Verkehrssteuerung und innovative Verkehrsleitsysteme gesetzt werden, um CO2- und NOX-Emissionen im Verkehrssektor zu reduzieren. Bereits mit diesen kurzfristig umsetzbaren Mitteln können beachtliche Einsparvolumina erzeugt werden. So kann eine intelligente Verkehrssteuerung allein die NOX-Emissionen um bis zu 33 Prozent reduzieren. Perspektivisch kann auch eine im Personen- wie Güterverkehr funktionierende Schiene einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.   

Kontakt
Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Pressestelle
Luisenstraße 44, 10117 Berlin

Telefon: 030 / 240 87-301
Telefax: 030 / 240 87-305

pressestelle@wirtschaftsrat.de