29. März 2016
Fernwärmeversorgung: Wirtschaftsrat fordert Einhaltung des energiewirtschaftlichen Dreiklangs
Nutzung der Abwärme des Kraftwerks Moorburg ideologiefrei prüfen
Der Wirtschaftsrat Hamburg fordert Politik, Industrie, Energiewirtschaft und Wissenschaft auf, eine gemeinsame und marktwirtschaftliche Strategie für die Fernwärmeversorgung Hamburgs zu entwickeln.

 

„Nachdem der Senat sich von einem neuen GuD-Kraftwerk in Wedel verabschiedet hat und auf dezentrale Anlagen setzt, ist es umso wichtiger, dass der Ausbau der Fernwärmeinfrastruktur mit Weitblick und ohne ideologisch-grüne Brille geschieht. Neben der Ökologie sind Ökonomie und Versorgungssicherheit gleichberechtigte Säulen der Energiewirtschaft“, erklärt der Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates Hamburg, Hauke Harders.

 

In diesem Kontext hat die Landesfachkommission Energie- & Industriepolitik des Wirtschaftsrates ein Vier-Punkte-Papier zur Entwicklung der Fernwärmeversorgung Hamburgs erarbeitet. Neben der strikten Einhaltung des energiewirtschaftlichen Dreiklangs lauten die Kernforderungen:

  • Jede Nachfolgelösung für Wedel muss so konzipiert und fertiggestellt werden, dass sie mindestens eine komplette Heizperiode auf das alte Wedeler Kraftwerk als Redundanzkapazität für den Notfall zurückgreifen kann, sofern die noch nicht durch alternative BHKWs und Heizwerke abgedeckt ist.
  • Wirtschaftlichkeit beachten: Die Modernisierung der Fernwärme-Erzeugung unter den eingangs genannten Rahmenbedingungen muss also mit Augenmaß erfolgen, um die Kostensteigerungen in Folge der Reduzierung des CO2-Ausstoßes in vertretbaren Grenzen zu halten.
  • Ideologiefreie Prüfung der Nutzung der in Moorburg bei der industriellen Stromerzeugung anfallenden Wärme zur Fernwärmeversorgung.
  • Im Einklang mit geografischen und hydraulischen Erfordernissen sollten industrielle CO2-freie Abwärmepotentiale für die Fernwärmeversorgung in Hamburg genutzt werden.

 

„Wir fordern den Senat auf, industrielle Abwärme und alternative, innovative und dezentrale Wärmeoptionen für Hamburg in seine Planungen einzubeziehen sowie die im Kraftwerk Moorburg anfallende Abwärme ideologiefrei zu prüfen – auch unter Berücksichtigung minimaler Belastungen für die Elbe. Es müssen zeitnah gemeinschaftliche und möglichst marktwirtschaftliche Lösungen von Industrie, Energiewirtschaft, Wissenschaft und Politik erarbeitet und umgesetzt werden, die für Hamburg zukunftsfähig sind: Im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes, im Sinne von Versorgungssicherheit und Arbeitsplätzen in Hamburg und nicht zuletzt im Sinne der Fernwärmekunden, die einen Anspruch auf eine sichere wie bezahlbare Versorgung haben. Für diesen Dialog steht der Wirtschaftsrat mit seiner Expertise bereit“, so Hauke Harders.

Kontakt
Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Hamburg
Telefon: 040/ 30381049
Telefax: 040/ 30381059