21. September 2011
Flosbach MdB über Griechenland und die Gefahr der Ansteckung im Euro-Raum
„Wir dürfen Griechenland nicht fallen lassen. Eine Staatspleite ist nicht für Griechenland, sondern für uns die größte Gefahr“, begann Klaus-Peter Flosbach MdB, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, seine Ausführungen vor Unternehmern der Sektion Bielefeld und Mitgliedern der Landesfachkommission Haushalt, Steuern und Finanzen Ostwestfalen-Lippe seinen Vortrag.

Der Abgeordnete aus dem Oberbergischen Kreis ist davon überzeugt, dass eine spannungsfreie wirtschaftliche Entwicklung in der Europäischen Union und die Stabilität der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion einschließlich der gemeinsamen Währung im besonderen Interesse Deutschlands liegen. „Etwa zwei Drittel der deutschen Exporte gehen in EU-Länder. Millionen von Arbeitsplätzen hängen vom Binnenmarkt ab. Dadurch, dass die Wechselkursrisiken im Euroraum weggefallen sind, sparen die deutschen Unternehmen jährlich mehrere Milliarden Euro“, verdeutlichte Flosbach.

Der Euro sorge für niedrige Inflationsraten und eine hohe Kaufkraft. Unabhängig vom ökonomischen Nutzen sei die einheitliche Währung auch politisch unverzichtbar. Sie sei das bislang weitreichendste Ergebnis und Bekenntnis der europäischen Integration. Zudem werde Deutschland als Teil des größten Binnenmarktes der Welt in die Lage versetzt, die Globalisierung mitzugestalten.

Obwohl sich der Euro als überaus stabile Währung erwiesen habe, habe die Verkettung von Bankenkrise, Wirtschafts- und Finanzkrise sowie die Staatsschuldenkrise die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion destabilisiert. Damit sich die Staatsschuldenkrise nicht letzten Endes doch zur Euro-Krise entwickle, sei eine umfassende Gesamtstrategie zur Reform und Stabilisierung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion von den Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Länder entworfen worden. Deren Maßnahmen wirkten darauf hin, das Vertrauen der Finanzmärkte in den Euro nachhaltig zu stärken und künftige Staatsschuldenkrisen im Euroraum zu verhindern.

Ferner warnte der CDU-Finanzexperte vor einem „Hair-Cut“ Griechenlands. „Bei einem Kapitalschnitt würde zum gegenwärtigen Zeitpunkt – ebenso wie bei einem Ausschluss oder . Austritt aus der Eurozone – das Risiko einer Ansteckung innerhalb der Eurozone deutlich zunehmen. Infolge des damit verbundenen Vertrauensverlustes würden die Zinsen anderer finanziell nicht gut dastehender Euroländer  - die sogenannten Risikoaufschläge - , die zur Finanzierung der Staatsschulden gezahlt werden müssten, stark ansteigen. Das würde den Schuldenstand erhöhen. Das Risiko, dass diese Länder ebenso auf finanzielle Unterstützung angewiesen wären, würde dadurch spürbar zunehmen,“ erklärte Flosbach.

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