17. April 2012
Flugsicherung: Ein "wundersames" Getriebe
Über drei Millionen Flugbewegungen wurden 2011über Deutschland registriert; Tendenz steigend. Wer sorgt eigentlich dafür, dass dieser immense Flugverkehr – allein der Frankfurter Flughafen verzeichnet rund 1.500 Starts und Landungen am Tag – nahezu reibungslos und unfallfrei über die Bühne geht? Diese Frage beantwortete Mitgliedern der Wirtschaftsrat-Sektionen Wiesbaden, Groß-Gerau und Rheingau-Taunus der Leiter der Presseabteilung der Deutschen Flugsicherung (DFS), Axel Raab, in Langen.

Angefangen hat alles schon 1953, als die Bundesanstalt für Flugsicherung (BFS) für den Ablauf des Flugverkehrs zuständig wurde, eine Behörde, die in den folgenden Jahrzehnten nach und nach den auf eine Millionen Flugbewegungen angewachsenen Luftverkehr nicht mehr effektiv bewältigen konnte. „Die Gründe waren größtenteils hausgemacht“, so Raab, „sowohl Technik wie Personal waren letztendlich überfordert, was zum Leidwesen der Fluggesellschaften etwa ständige Verspätungen nach sich zog.“ 1993 schließlich sei die BFS in eine GmbH umgewandelt worden und hieße seitdem Deutsche Flugsicherung mit Sitz in Langen. Bedingung für die Umwandlung war laut Raab seinerzeit eine Grundgesetzänderung. Der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker unterschrieb deshalb erst, als per neuem Gesetz auch die militärischen Flugräume zivil mitbenutzt werden durften.

 

Zahlen, Daten, Fakten:

Inzwischen arbeiten bundesweit insgesamt 6.000 Mitarbeiter für die DFS, 3.000 davon in Langen, der weltweit größten Zentrale ihrer Art. 2.000 Fluglotsen sorgen bundesweit für die Sicherheit der Fluggäste und den einwandfreien und effektiven Ablauf des Flugverkehrs. Die DFS ist an 16 internationalen Flughäfen vertreten und unterhält vier Kontrollzentralen. Deutschland ist das weltweit am dichtesten beflogene Land.

 

Modernste Technik und Spitzenpersonal - nur fünf von 100 Bewerbern erfüllen die strengen Voraussetzungen für den stressigen Beruf des Fluglotsen  - machen es möglich, dem ständig wachsenden Flugverkehr Herr zu werden. Raab beschrieb beeindruckend, wie Flugsicherung funktioniert - vom Flugbeginn bis zum Flugende; ein für den Laien „wundersames“ Getriebe, bei dem etliche Rädchen perfekt  ineinandergreifen müssen, um Schäden oder Katastrophen zu verhindern. Dass die Fluglotsen entsprechend ihrer Fähigkeiten und Verantwortung, die sie tragen, relativ gut bezahlt werden (wollen) – zwischen 6.000 und 15.000 Euro/Monat - liegt bei aller Kritik an den jüngsten Streiks auf der Hand.

 

Neben dem Tagesgeschäft „Flugsicherung“ entwickelt die DFS Flugsicherungs-, Ortungs- und Navigationssysteme. Das Unternehmen sammelt alle flugrelevanten Daten und lässt sie in seine Produkte und Dienstleistungen wie Luftfahrtkarten und Flugberatung einfließen. Erlöse erzielt die DFS vor allem durch die Gebühren, die sie von Fluggesellschaften für Flugsicherungsleistungen erhebt.

Kontakt
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Landesgeschäftsführer
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Pressebeauftragter
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