20. Juni 2011
Sektion Frankfurt
Frankfurt ist noch keine „Marke“ – aber die „gute Vermarktung“ der Stadt ist kein Problem
Thomas Feda zu Gast beim Unternehmerfrühstück
Unter dem Motto „Frankfurt kontrastreich! Zur touristischen Marketingstrategie der Stadt“ stand das Unternehmerfrühstück des Wirtschaftsrates der Sektion Frankfurt. Über 80 Teilnehmer folgten der Einladung der Sektion Frankfurt ins Restaurant Nizza. Nach einem gemeinsamen Frühstück hieß der Sektionssprecher Dr. Lutz Raettig die Anwesenden willkommen und stellte den Referenten Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus+Congress GmbH, vor.
Thomas Feda (Foto: Tourismus+Congress GmbH)

Feda zog ein positives Fazit. Durch die „unermüdlichen Auslandseinsätze“, wie der ehemalige Berufssoldat scherzhaft seine aktiven Werbemaßnahmen vor Ort bezeichnet, ist es Frankfurt, nicht zuletzt aufgrund der IAA oder der Buchmesse, gelungen, sich weltweit einen Namen zu machen:.Stellten die USA bislang den größten Quellmarkt dar, ist es nun auch gelungen, Frankfurt langsam im arabischen und asiatischen Raum zu etablieren. Alleine Afrika sei noch ‚unerschlossen’. Für Frankfurt als Tourismusziel spricht nicht zuletzt die zentrale Lage in Deutschland und Europa. „Die Infrastruktur mit dem internationalen Flughafendrehkreuz Rhein/Main und sehr guten Anbindungen an die zentralen Autobahntangenten und das dichte S-Bahn- und Busliniennetz sind hervorragend. Das ist nicht zuletzt für die als bewegungsfaul verschrienen Araber ein ausschlaggebender Grund für einen Besuch in der ,Stadt der kurzen Wege’“. Positiv merkte Feda an, dass zudem in den letzten drei Jahren immer mehr inländischen Besucher in die Finanzstadt kommen.

 

Problematisch sieht Feda allerdings, dass Frankfurt sich immer noch keinen „Claim“ erarbeiten konnte. „Es ist im Allgemeinen sehr schwer das Image der Bankerstadt zu vermarkten: Skyline, Business, emotionslos und kühl sind die Schlagworte der Frankfurt anhaften.“ Zudem fehlte es an einer klaren Ausrichtung! Frankfurt sei in vielem gut, steche aber hierdurch nicht aus der Masse der Städte heraus: Trotz neuer Einkaufsmöglichkeiten wie MyZeil, werde weiterhin Düsseldorf und Hamburg mit dem Begriff Shoppingstadt assoziiert, dem Apfelwein ist der Sprung ins Salonfähige immer noch nicht gelungen. Auch kulturell hat es Frankfurt noch nicht geschafft sich zur „Marke“ aufzuschwingen: Im Gegensatz zu Dresden fehlt es  der hiesigen Oper an Image, das Museumsuferfest – das Museumsufer gilt als bedeutendster Museumsstandort Deutschland und europaweit – hat es immer noch nicht geschafft, sich außerhalb des Frankfurter Raumes einen „Ruf“ zu erarbeiten.

 

Dennoch: „Frankfurt am Main ist ein vielseitiger, spannender und interessanter Standort und aus diesem Grund fällt die Vermarktung auch so schwer“, so Feda. Aus diesem Grund ist es Ziel der Tourismus+Congress GmbH weiterhin Frankfurts Image breit zu fächern in Kombination mit einem punktgenauen Zielgruppenmarketing, um jedem die Stadt am Main schmackhaft zu machen können. In der anschließenden Diskussion hatten die Mitglieder die Möglichkeit, dem Referenten zu den aktuellen Projekten und Strategien zu befragen.

Frankfurt am Main ist ein vielseitige, spannende und interessante Stadt. (Foto: Tourismus+Congress GmbH)