26. Oktober 2016
Deutschland und Europa im Krisenmodus
Gedankenaustausch mit Außenpolitiker Dr. Norbert Röttgen
Dr. Norbert Röttgen MdB (Foto: Wirtschaftsrat)

Sicher sei die Welt seit der Überwindung der Spaltung Deutschlands und Europa nicht geworden. Vielmehr bestimmten Kriege und Krisen das Bild in der Welt. Dieser subjektive Eindruck der außenpolitischen Lage bestimmte die Diskussion mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages und ehemaligen Bundesminister Dr. Norbert Röttgen MdB beim Düsseldorfer Wirtschaftsrat der CDU e.V. Europa habe sich nach den eigenen Erfahrungen mit zwei blutigen Weltkriegen weitestgehend aus kriegerischen Handlungen herausgehalten und häufig auch nicht rechtzeitig gehandelt, um Krisen im Nahen Osten oder auf der Krim rechtzeigt entgegenzuwirken. Die Folgen seien nunmehr in der aktuellen Tagespolitik angekommen. Er bezeichnete dies als „neue Mobilität der Krise“. Viele Krisen seien das Ergebnis schlechter Politik, sowohl in den Krisenländern, aber bei den Krisenvermeidungsstrategien der westlichen Welt.

(Foto: Wirtschaftsrat)

Der CDU-Außenexperte warnte eindringlich vor einem Scheitern Europas und der EU. Man benötige neue Denkansätze um die Europäische Union zu retten. Die europäische Idee sei der zentrale Friedensanker des Kontinents und habe die jahrhundertelangen militärischen Auseinandersetzungen beendet. Sie sei die Grundvorsetzung für eine Wohlstandszone mit gemeinsamen Werten, wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Gleichberechtigung, geworden, um die man in der Welt beneidet werde. Auch die deutsche Einheit wäre ohne diese Klammer nicht möglich geworden. Deutschland müsse gemeinsam mit seinen Partnern eine politische Antwort auf die aktuelle globale Unordnung finden. Richtschnur für diese neue Ordnung seien die gemeinsamen Werte der westlichen Demokratien. Ermutigend schloss Dr. Röttgen seine Ausführungen: „Wir sind nicht schwach.“