06. November 2013
Geld ist nicht alles
Vortragsveranstaltung der Sektion Wetzlar

„Ist Geld wirklich alles? Die richtigen Mitarbeiter finden und binden“  - das war jetzt das Thema einer Veranstaltung der Sektion Wetzlar. Charlotte Baumann-Lotz, Referentin der Geschäftsleitung der Lahmeyer Rhein-Main GmbH, erläuterte, wie man bereits bei der beruflichen Orientierung der Schüler unterstützend eingreifen und Hilfestellung geben könnte. Die Zahlen, die sie nannte, waren nach Meinung der Teilnehmer alarmierend!

 

So hätten Forscher vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ermittelt, dass rund 1,5 Millionen junge Arbeitnehmer unter 30 Jahren keinen Berufsabschluss hätten. Rund 60.000 Schüler verließen jedes Jahr deutsche Schulen ohne Schulabschluss. Dies könne sich unsere Gesellschaft nicht leisten. Es entstehe „sozialer Brennstoff“, wenn hier nicht gegengesteuert werde - auch einfache Begabungen müssten ihre Chancen in der Arbeitswelt haben. Deshalb seien „Botschafter“ erforderlich, die in die Schulen gingen und gegen verbreitete Denkansätze wie „no future“ oder „Hartz IV ein Leben lang“ angingen.

 

Jana Kohlmetz, Geschäftsführerin der Perspect GmbH aus Marburg, beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit den Mitarbeitern, die in kleinen und mittelständischen Unternehmen tätig sind. Was diese wirklich zufrieden mache in ihrem Beruf sei natürlich das Geld, doch Geld allein habekeinen nachhaltigen Faktor. Was wirklich zähle seien die „weichen Faktoren“ wie Empathie und Wertschätzung, Transparenz und Erfolg. Wichtige Fragen in diesem Zusammenhang: Wie stolz seien die Mitarbeiter, bei dem Unternehmen zu arbeiten; wie gerne kämen sie morgens in die Firma und was erzählten sie über das Unternehmen in ihrem Umfeld?

 

Unternehmer sollten nach Auffassung der Referentin auch mit dem Gedanken befassen, wie die Marke des Unternehmens aussehe, welcher „Stallgeruch“ verströmt werden solle und welcher tatsächlich verströmt werde. Allein das Bewusstmachen durch eine gemeinsame Firmenphilosophie könne auf Mitarbeiter durchaus motivierend wirken.

 

Als kleines oder mittelständisches Unternehmen könne es durchaus sinnvoll sein, die Stärken gegenüber großen Konzernen herauszustellen. Es sei kein Spaß, sein ganzes Arbeitsleben als „Mr. Hinterachse“ zu bestreiten. Gemeint sei damit, dass ein Arbeitnehmer in einem großen Unternehmen oft jahrelang die gleiche Arbeit mache und keinerlei Abwechslung habe.

 

Kleine und mittelständische Unternehmen könnten ihren Mitarbeitern dagegen oft deutlich mehr Handlungsspielräume geben, hätten flachere Hierarchien, flexiblere Betriebsabläufe – alles in allem also Dinge, mit denen ein Arbeitgeber durchaus für sich werben könne, wenn es darum geht, gute Mitarbeiter zu finden bzw. zu halten.

 

Auch das Thema Gesundheit der Mitarbeiter spiele eine große Rolle. Die Fallzahlen der Arbeitsunfähigkeit belegten, dass in 43 Prozent der Fälle Atemwegserkrankungen der Grund seien, in 33 Prozent ein kranker Bewegungsapparat, 9,5 Prozent beträfen die Psyche. Ein falscher Ansatz sei es jedoch, sich nun bei der Prävention allein auf die Atemwegserkrankungen zu „stürzen“, weil diese den größten Faktor ausmachten. Die psychischen Erkrankungen beträfen zwar nur 9,5 Prozent aller Fälle, allerdings fielen diese mit 23 Fehltagen im Durchschnitt ins Gewicht. Ein Grund also, genau hinzusehen und zu ermitteln, was durch veränderte Prozesssteuerung verbessert werden könne, denn hinter Krankheit Stecke oft ein anderes Problem.

 

Kontakt

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Landesgeschäftsführer
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Heike Hämer
Pressebeauftragte der Sektion Wetzlar
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Wirtschaftsrat der CDU e.V. – Landesverband Hessen

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