28. September 2017
Generalisierung der Pflegeausbildung - Gewinn- und Verlustrechnung: Wer gewinnt, wer verliert?
Die Verabschiedung der Reformierung des Pflegegesetzes soll die Weichen für eine Aufwertung und Verbesserung des Pflegeberufes stellen. Um zu diskutieren, ob dies durch das Gesetz möglich ist und wer davon profitiert lud der Wirtschaftsrat Sachsen-Anhalt am 28.09.2017 zu einer Podiumsdiskussion in die Landesgeschäftsstelle ein.
Jürgen Banse, Geschäftsführer, Verband Deutscher Privatschulen Sachsen-Anhalt e. V., Magdeburg; Peter Löbus, Vorsitzender der LFK Gesundheitswirtschaft, Wirtschaftsrat Sachsen-Anhalt und Stabsstellenleiter Alternative Versorgungsmodelle, AOK, Sachsen-Anhalt; Antje Koeppe, Pflegedienstleiterin MEDIAN Klinik NRZ Magdeburg, stellv. Vorsitzende Bundesverband Pflegemanagement e.V., Mitgliedsverband des Deutschen Pflegerates; Dr. Gero Langer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Koordinator primärqualifizierender Bachelor-Studiengang "Evidenzbasierte Pflege" und Koordinator German Center for Evidence-based Nursing, Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Bild: Wirtschaftsrat

Begrüßt wurden die Mitglieder des Wirtschaftsrats Sachsen-Anhalts und die weiteren Gäste aus der Pflegebranche von Peter Löbus, dem Vorsitzenden der Landesfachkommission Gesundheitswirtschaft.

Nach der Begrüßung und einer kurzen Einleitung folgte der Impulsvortrag von Dr. Gero Langer zu dem Thema „Auswirkungen einer generalistischen Pflegeausbildung auf primärqualifizierende Studiengänge“. In seinem Vortrag stellte er zunächst die verschiedenen hochschulischen und praktischen Ausbildungsmöglichkeiten der Pflegeberufe dar und erläuterte deren Unterschiede, bevor er die Problematik des Fachkräftemangels ansprach. Besonders schwer betreffe dieser die Altenpflege, da die Pflegeinstitutionen für Senioren nicht die gleichen finanziellen Mittel zur Verfügung hätten wie beispielsweise Krankenhäuser.

 

Im nächsten Impulsvortrag von Jürgen Banse, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Privatschulen, wurde diese Thematik näher beleuchtet. Kritisiert wurden insbesondere die strukturellen Unterschiede in der Ausbildung der Pflege, die schließlich zu dem Fachkräftemangel führten. Die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft erfolgt größtenteils in privaten Schulen, die auf ein Schulgeld angewiesen sind, da sie nicht im gleichen Maße finanziell unterstützt werden wie Schulen die auf Kranken- oder Kinderpflege ausgelegt sind. Schließlich sprach Herr Banse über die Fragen, die das Gesetz offen lässt bezüglich der Umsetzung der Generalisierung, der weiteren Förderung der Ausbildung und der Zukunft des Fachkräftemangels.

Bild: Wirtschaftsrat

Der dritte und letzte Impulsvortrag wurde von Antje Koeppe, Pflegedienstleiterin MEDIAN Klinik NRZ Magdeburgs und stellv. Vorsitzende des Bundesverbandes Pflegemanagements, gehalten. Sie fasste die Ergebnisse der beiden Vorträge nochmal zusammen und gewährte dann einen Einblick in die berufspraktische Perspektive des Themas. Auch sie erwähnte die Probleme, die das neue Gesetz zu lösen versucht und betonte die Vorteile einer Generalisierung der Pflegeausbildung, wie zum Beispiel eine gesteigerte Attraktivität des Berufes und ein damit einhergehender verringerter Mangel an Fachpersonal.

 

Im Anschluss folgte eine angeregte Diskussion, die auch Fragen wie die Anerkennung von Fachkräften aus dem Ausland aufwarf und eine Meinung auf die negativen Aspekte einer Generalisierung aufzeigte. Beendet wurde die Diskussion mit einem zusammenfassenden Schlusswort von Peter Löbes und einem anschließenden Empfang mit Häppchen und Getränken.

Bild: Wirtschaftsrat