24. Juni 2016
Spargelessen der Sektion Stormarn im Schloß Tremsbüttel
Geringqualifizierte für einen hochregulierten Arbeitsmarkt
Christopher Vogt MdL, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Schleswig-Holsteinischen Landtag, sowie stellvertretender Vorsitzender FDP-Fraktion in Schleswig-Holstein, zeigte beim Spargelessen der Sektion Stormarn auf Schloß Tremsbüttel klare Vorstellungen. Ohne eine
Anpassung der Rahmenbedingungen werde die Integration von Geringqualifizierten in den Arbeitsmarkt sehr schwierig.
v.l. Sektionssprecher Uwe Möllnitz, Christopher Vogt MdL und Bauernpräsident Werner Schwarz / Foto: Wirtschaftsrat

Christopher Vogt MdL, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Schleswig-Holsteinischen Landtag, sowie stellvertretender Vorsitzender FDP-Fraktion in Schleswig-Holstein, zeigte beim Spargelessen der Sektion Stormarn auf Schloß Tremsbüttel klare Vorstellungen. Ohne eine
Anpassung der Rahmenbedingungen werde die Integration von Geringqualifizierten in den Arbeitsmarkt sehr schwierig.

Vogt MdL sieht die FDP im Aufwind. Während die FDP beim ordnungspolitischen Kompaß der Wirtschaftsratsmitglieder vor zwei Jahren noch hinter der CDU rangierte, liege sie inzwischen mit 76 zu 60 Prozent klar vorne. Außerdem stehe die FDP für ein modernes Zuwanderungs-gesetz, wobei der Ansatz des Wirtschaftsrates Schleswig-Holstein, Integrationsmaßnahmen auf den Wiederaufbau der Herkunftsländer von Flüchtlingen auszurichten, richtig sei.

 

Wichtig sei Ehrlichkeit, um die Aufgabe richtig anpacken zu können. Zwei Drittel der Flüchtlinge verfügten über geringe Qualifikationen. Und auch die 10 Prozent mit Hochschulabschlüssen würden bei den hohen deutschen Auflagen nicht einfach anzuerkennen sein. Deutschland biete insgesamt kaum Arbeitsplätze für Geringqualifizierte, vielmehr sorge die duale Ausbildung für eine geringe Jugendarbeitslosigkeit.

Allerdings scheiterten viele Migranten selbst der zweiten und dritten Generation an einem Schulabschluß in Deutschland. Da jeder ein Recht auf Bildung habe, brauche man für die Neubürger spezielle Lehrpläne. Außerdem werde man ohne entsprechende Ausnahmen vom Mindestlohn nur in Einzelfällen eine Aufnahme in den Arbeitsmarkt erreichen können.

In der anschließenden Diskussion berichtet Heinrich Beckmann, Geschäftsführer der Bockholdt KG mit über 6.000 Beschäftigten, daß der Tarif für Angelernte im geringfügigen Bereich mit 10 Euro deutlich über dem Mindestlohn liegen würde, es aber dennoch schwer falle, die Stellen adäquat zu besetzen, weil der Mehrverdienst im Vergleich zu staatlichen Transfers ohne eine Arbeitstätigkeit aus der Sicht der Kandidaten offenbar keine ausreichenden Anreize stiften könnten.

 

Im Hinblick auf die Integration von Flüchtlingen wurde vorgeschlagen, das Grundgesetz zum Bestandteil des Lehrplans zu machen und ein stärkeres Augenmerk auch auf die Vermittlung der europäischen Kultur zu legen. Zudem brauche es mehr Möglichkeiten für Teilqualifizierungen und Abschlüsse in englischer Sprache. Die jüngsten Pläne von Bundesarbeitsministerin Nahles deuteten dagegen genau in die falsche Richtung, denn sie führten zu weiteren Inflexibiltäten. /kp