15. Januar 2018
Gesunder Pharmastandort: Produktivität muss innovativ bleiben
Die Landesfachkommission Gesundheit startete mit einer Veranstaltung zum Thema „Pharmastandort Hessen“ ins neue Jahr. Zu Gast war Christian Boehringer, Vorsitzender des Gesellschafterausschusses C.H. Boehringer Sohn AG u. Co. KG, der den Mitgliedern des Wirtschaftsrates Hessen einen Impuls über die aktuelle Situation von Pharma- aber auch Familienunternehmen in Deutschland gab.
Christian Boehringer über den Pharmastandort Deutschland (Foto: Wirtschaftsrat)

„Die Zukunftsfähigkeit der Pharmaindustrie wird von mehreren Faktoren bestimmt werden“, konstatierte Christian Boehringer, Vorsitzender des Gesellschafterausschusses C.H. Boehringer Sohn AG u. Co. KG, zu Beginn seines Impulsvortrages in den Räumlichkeiten der Taunus Sparkasse Eschborn. Die Branche sei von einem hohen Forschungsaufwand geprägt. Doch wie innovativ ist die gesamte Pharmaindustrie in Deutschland eigentlich? Der Umsatz deutscher Pharmaunternehmen ist im globalen Vergleich mehr als herausragend: Die ersten sechs Plätze der TOP 10 der umsatzstärksten Pharmaunternehmen weltweit wird von deutschen Firmen besetzt. Dabei stehe im Fokus, Krankheiten besser behandelbar zu machen und neue Therapien zu entwickeln. 2010 wurden in Deutschland noch 26 Zulassungen von Medikamenten mit neuen Wirkstoffen, so hat sich die Zahl 2015 bereits verdoppelt. Im Schnitt bringen deutsche Pharmaunternehmen 25 innovative Medikamente pro Jahr hervor.

Gastgeber Markus Franz (Taunus Sparkasse), Referent Christian Boehringer und Initiator Dieter Bögel (Foto: Wirtschaftsrat)

„Das sind jedoch nur circa 5 Prozent der Medikamente und Wirkstoffe, die erforscht werden. Als Pharmaunternehmen muss man sich die Frage stellen, wie viel wird investiert und wie viel bekommt man am Ende raus“, schloss Boehringer. Diese Entwicklung sehe in Deutschland positiv aus. Deutschland sei allerdings nicht so innovativ wie die Unternehmen es sein müssten. Derzeit bilden sich rund 66 Prozent der Ärzte im Internet weiter, 71 Prozent der Patienten informieren sich online, 72 Prozent tragen medizinische Gadgets bei sich und bereits 7 Prozent der Bevölkerung nutzen Gentests. „70 Prozent dieser Daten sind in den letzten zwei Jahren entstanden“, ergänzte Boehringer. Tendenz steigend. Vorreiter dieser Entwicklungen seien die USA. Deutschland bremse sich selbst, auch da hier oft der günstigste Preis im Fokus stehe. „In den USA wird alles gemacht, was technisch möglich ist. Das ist nicht immer gut, aber es bringt den Standort voran.“

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Landesgeschäftsführer
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