20. November 2014
Gesundheitswirtschaft: Vergleich zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten
Restriktionen aufheben - Potenziale nutzen
Mitglieder und Freunde des Bremer Wirtschaftsrates diskutierten die Vor- und Nachteile der Gesundheitssysteme in Deutschland und den USA.
Foto: Wirtschaftsrat

Nach einem kurzen Grußwort der Landesvorsitzenden Imke Goller-Wilberg, die sich bei der Barmer GEK für die Ausrichtung der Veranstaltung bedankte, stellte Prof. Dr. Bernd Kümmel, Präsident der Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft, sich zunächst vor. Als Inhaber verschiedener Professuren in Deutschland und den USA gilt er als Kenner beider Gesundheitssysteme.


Prof. Kümmel stellte klar, dass er das „Deutsche Kranken- und Sozialversicherungssystem für das Beste der Welt halte“. Dennoch warnt der Gesundheitsökonom auch vor gewaltigen Fehlallokationen im System und der großen Gefahr eines Reformstaus. Besonders in Deutschland müsse auf die Lücke zwischenFinanzierung und technischer Machbarkeit geachtet werden. Doch auch das System in den Vereinigten Staaten habe seine Vorzüge. So sei das Innovationspotenzial der Medizintechnik aufgrund exzellenter Forschungsleistungen herausragend. Allerdings sei das US-amerikanische System auch das mit Abstand Teuerste der Welt. Hieraus ergeben sich für die Bevölkerung Probleme der Finanzierbarkeit und der Gesamtversorgung. Dennoch müsse die Innovationsfähigkeit in den Mittelpunkt der Reformbemühungen gestellt werden.


Auch der Wirtschaftsrat schließt sich dieser Forderung an. Die Landesvorsitzende Imke Goller-Wilberg betonte hier eindringlich: „Die Gesundheitswirtschaft muss als Wachstumsmarkt begriffen werden. Die Unternehmen der Branche in Bremen und Deutschland müssten dafür werben, ihre Möglichkeiten freizusetzen und Potenziale zu entwickeln. Hier muss auch die äußerst restriktive Forschungsgesetzgebung angepasst werden.“