01. April 2011
Glasfaser-David fordert Goliath Telekom heraus
Für echte Unternehmer gibt es immer wieder Chancen. Oft trauen Dritte, beispielsweise Banker, Gründern gar nicht zu, ihre Visionen in die Tat umzusetzen. Ein Beispiel dafür ist die Inexio KgaA in Saarlouis.
Foto: Wirtschaftsrat

 Der Wirtschaftsrat der CDU Saarland, ließ sich unter der Führung seiner beiden stellvertretenden Vorsitzenden, Wolfgang Holzhauer und Dr. Klaus Harste, von dem geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens, David Zimmer, über die Erfolgsgeschichte des mittelständischen IT-Dienstleisters informieren. Inexio baut und betreibt Glasfasernetze, um den schnellen Zugang zu Internet und Kommunikation zu ermöglichen.

Das Ungewöhnliche an der Unternehmensgeschichte beginnt schon mit der Wahl des Firmensitzes: Es handelt sich um die ehemalige Zweigstelle der Deutschen Bundesbank in Saarlouis, die die Zentralbanker aufgegeben hatten. Mit ihrem Riesentresor konnte nur schwer jemand gefunden werden, der das Gebäude einer vernünftigen Nutzung zuzuführen vermochte. Entsprechend günstig fiel der Kaufpreis aus.

Inexio ist ein Nischenanbieter, der die Telekom praktisch auf ihrem gesamten Angebotsfeld erfolgreich herausfordert, sich aber im konkreten Fall sehr genau den Einstieg überlegt. So konzentriert sich die Saarlouiser Firma auf bislang unterversorgte Gebiete, zunächst im Saar-Lor-Lux-Raum, später in ganz Deutschland.

Inexio ist kein Billiganbieter, sondern setzt auf Qualität. Die Kunden aus der Wirtschaft können sich darauf verlassen, dass ihre Verbindung steht und gegebenenfalls schnellstens wieder in Stand gesetzt wird. Dafür, so die Erfahrung, sind die Kunden auch bereit, etwas mehr zu bezahlen.

Das Konzept hat in den letzten drei Jahren zu einer sprunghaften Expansion des Unternehmens geführt. So soll es auch weiter gehen. Der Umsatz soll von heute 13 Millionen bis 2020 auf 100 Millionen Euro steigen. Die Planung sieht vor, dass die angebundenen Orte von 85 derzeit auf 1000 steigen sollen. Und auch die Zahl der Mitarbeiter, so rechnet Zimmer, wird sich von derzeit gut 50 auf 200 Ende des Jahrzehntes erhöhen.