26. März 2013
Glaubwürdigkeit das Wichtigste für Manager
Thema beim Landesverband Hessen: „Aufgaben und
Verantwortung von Führungskräften in der heutigen Zeit“
Die sich jüngst häufenden Negativschlagzeilen über manches Gebaren in den obersten Etagen der Wirtschaft machten das Thema besonders interessant: „Aufgaben und Verantwortung von Top-Managern in der heutigen Zeit“, so überschrieb der Wirtschaftsrat, Landesverband Hessen, seine Veranstaltung in der Frankfurter Nestle-Zentrale.

Nachdenklich gab sich Prof. Hans Helmut Schetter, Vizepräsident des Wirtschaftsrates und Landesvorsitzender in Hessen. Ein großer Fehler im Zusammenhang mit der Globalisierung sei es, dass Unternehmen immer öfter nicht die Leistung ihrer Mitarbeiter im Blick hätten, sondern die Kostenseite. Schetter beklagte zudem, dass augenscheinlich Führungskräfte in einem „medialen Vakuum“ angekommen seien. Gesichter von Unternehmerpersönlichkeiten seien kaum bekannt; es sei denn in negativem Zusammenhang. „Wir brauchen wieder ihre Einmischung in wirtschaftspolitische Debatten“, sagte Schetter. Politiker seien nicht so beratungsresistent, wie oft angenommen. Die Wirtschaft müsse ihren Rat für die Politik verfügbar machen.

Auch Dr. Helmut O. Maucher, Ehrenpräsident der Nestle Deutschland AG, setzte sich kritisch mit dem Thema auseinander. Er nannte u.a. folgende Eigenschaften, die heutzutage Führungskräfte unbedingt mitbringen müssten: Mut, Nerven, Gelassenheit und die Fähigkeit, mit Stress umzugehen; Sensibilität für Neues und die Bereitschaft, Änderungen zu akzeptieren, sowie die Fähigkeit, Trends zu erkennen; Kommunikations- und Motivationsfähigkeit und „das Wichtigste: Glaubwürdigkeit.“ Und: Führungskräfte dürften „keinen Beitrag leisten zu Verwilderung der Sitten – das vermisse ich manchmal“, sagte Maucher. Ein weiteres Muss für Manager: Sensibilität für ihre Mitarbeiter. Dazu zähle auch, Änderungen und Verbesserungen im Unternehmen mit den Mitarbeitern frühzeitig zu besprechen. „Das wird zu wenig gemacht“, so der Nestle-Senior. Entscheidend sei in diesem Zusammenhang die Personalpolitik. Maucher: „Schulung ist wichtig, Selektion ist aber wichtiger“.

Zu den Veränderungen in der Arbeitswelt sagte der Ehrenpräsident, die vernünftige Forderung nach mehr Frauenarbeit – auch in Führungsetagen; „hier  sind wir noch nicht da, wo wir sein sollten, werden aber immer besser“ - oder Teilzeit forderten von den Unternehmern mehr Flexibilität. Das gelte auch im Zusammenhang mit der Rentenfrage. Unterm Strich bedeute die Festlegung auf Altersgrenzen einen großen volkswirtschaftlichen Schaden. Es gebe halt Mitarbeiter, die seien mit 58 Jahren müde, andere strotzen noch mit 70 vor Kraft und Einsatzfreude. Hier sei „Führungskunst“ gefordert.

Maucher betonte zudem die „Werteorientierung“ in Unternehmen. „Keiner kann mit Werten führen, die er selbst nicht vertritt“.

Zuvor stellte der Vorstandsvorsitzende für Nestle Deutschland, Gerhard Berssenbrügge, ein paar Eckdaten des Unternehmens vor:

Umsatz: weltweit 93 Mrd. Euro, 3,5 Mrd. Euro in Deutschland.
34 000 Mitarbeiter.
470 Fabriken in 90 Ländern.
Vertreten in 186 Ländern.
2000 Marken.
Größter Lebensmittelhersteller der Welt feiert 2016 seinen 150. Geburtstag.

Kontakt
Marius Schwabe
Landesgeschäftsführer
Tel: 069/ 72 73 13

Ulrich Jung
Pressebeauftragter
Telefon: 0170-2444296

Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Landesverband Hessen

u.jung@wirtschaftsrat.de