02. März 2015
Globalisierung: Wenn sich fast alles gleichzeitig und regelmäßig ändert
Marcus Vitt, Vorstandssprecher der DONNER & REUSCHEL AG, schildert beim Jungen Wirtschaftsrat seine Sicht der globalisierten Welt
Globalisierung ist ein Phänomen, das so gut wie jeden Lebensbereich betrifft und trotzdem in seiner Gesamtheit nur schwer zu fassen ist. Wer nach einer Definition à la „Globalisierung ist…“ sucht, wird viele schulbuchmäßige Antworten finden. Aber keine, die wirklich zufriedenstellend ist.
Marcus Vitt referiert beim Jungen Wirtschaftsrat über Chancen und Risiken der Globalisierung (Foto: Wirtschaftsrat)

Dies war auch nicht der Anspruch von Marcus Vitt als er vor Mitgliedern und Gästen des Jungen Wirtschaftsrates sprach. Aus persönlichen und beruflichen Erfahrungen heraus, veranschaulichte das Vorstandsmitglied des Wirtschaftsrates Hamburg sein Verständnis von Globalisierung – und kam dem Kern des Ganzen doch sehr nahe.

 

Schneller, höher, weiter – die Welt des 21. Jahrhunderts entwickelt und verändert sich im Eiltempo. Der technologische Fortschritt ist enorm. Eine Neuerung jagt die nächste. Selbstfahrende Autos zum Beispiel, vor wenigen Jahren noch Fiktion, sind jetzt Realität auf Amerikas Straßen. Neue Geschäftsmodelle entstehen, etwa das Carsharing. Statt Autos wird Mobilität to go gekauft. Mit dem Siegeszug von iPhone & Co. hat sich die Informationsversorgung grundlegend gewandelt. Nachrichten-Apps verdrängen zusehends die klassische Zeitung. „Mein Kommunikationsverhalten hat sich total verändert“, sagte Marcus Vitt.

 

Gleichzeitig warnte er, trotz aller Liebe zum technischen Fortschritt, vor der zunehmenden Komplexität unserer Lebenswelt: „Das Schlimmste ist, wir machen uns nicht richtig bewusst, was mit uns passiert. Als gläserne Menschen werden wir gewatcht, beobachtet und manipuliert“, so der Finanzexperte. Rechtssicherheit verschwindet in der globalen Welt. Einem Marktplatz, der sehr arbeitsteilig aufgestellt und ausschließlich auf den Preis fokussiert ist. „Diese Entwicklung birgt neben riesigen Chancen auch große Gefahren“, sagte Vitt und illustrierte dies an der gesellschaftlichen Spreizung zwischen Arm und Reich.

 

Die globalen Wechselwirkungen und Abhängigkeiten können unüberschaubare Konsequenzen haben, wie das Beispiel Lehman Brothers zeigt. „Alles hängt mit allem zusammen. Wir brauchen deswegen Strukturen, die einen gesunden Wettbewerb fördern, es aber auch schaffen, größeres Unheil zu verhindern“, so das Fazit von Marcus Vitt.

Im Vordergrund Jan Brorhilker, stellv. Bundesvorsitzender des Jungen Wirtschaftsrates (Foto: Wirtschaftsrat)
Florian Eilken im Gespräch (Foto: Wirtschaftsrat)
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Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
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