27. September 2019
Grundsatzartikel in WELT: Höhere Schuldenberge und EZB-Interventionen lösen keine Probleme
Wolfgang Steiger: Wie der einzelne Bürger sich nicht reich konsumieren kann, gelingt es auch keiner Volkswirtschaft

In einem Gastbeitrag für die heutige Ausgabe der Tageszeitung DIE WELT kritisiert Wolfgang Steiger die Denkschule der Neo-Keynesianer, die für immer größere Rettungsschirme, Geldflutung und Staatsschulden eintreten: "Wir erliegen der Illusion, statt Einkommen könnten Kredite, Schulden und frisches Geld uns dauerhaft einen höheren Lebensstandard ermöglichen. Als Konsequenz dieser Sichtweise gilt es mittlerweile fast als unanständig, einen ausgeglichenen Haushalt anzustreben. Es wird suggeriert, dass nur schwungvolle Ausgaben auf Kredit die Wirtschaft richtig ankurbeln können. Zudem sei die Belastung aufgrund niedriger Zinsen doch gering. Ein Spielverderber, wer sich trotzdem dagegen wehrt, die Schwarze Null aufzugeben oder die Schuldenbremse zu lockern. Aber anders als suggeriert wird, gibt es in der Ökonomie keinen "free lunch."“

Anlässlich des Rücktritts des deutschen Mitgliedes des EZB-Direktoriums, Sabine Lautenschläger, erklärte Wolfgang Steiger gegenüber Reuters: "Der Rücktritt ist ein fatales Signal. Denn er dokumentiert, dass man nicht nur externe Kritik aus der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone seit Jahren auflaufen lässt, sondern dass auch intern in der EZB bei Anleihekäufen und Niedrigzinsen nur noch in eine Richtung gedacht wird. Auf diese Weise sind wir in die Nullzinsfalle geraten: Die Schuldenstände in der Euro-Zone stehen auf Rekordhoch. Die Zinsen können deshalb nur begrenzt steigen, andernfalls droht vielen Staaten und Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit. Die rekordtiefen Zinsen ermuntern jedoch dazu, immer mehr Schulden aufzunehmen. Fehlallokationen, Spekulationsblasen, erodierende Bankenerträge, lahmende Wirtschaftsdynamik und wackelnde Altersvorsorge - die Risiken der geldpolitischen Versuchsküche treten bereits sichtbar hervor. Unübersehbar baut sich so ein Zielkonflikt auf, zwischen mehr Stimulierung heute und einem immer schmerzhafteren Ausstieg aus dieser Geldpolitik morgen, den Herr Draghi als Erbe hinterlässt." Bundeskanzlerin Merkel und Bundesfinanzminister seien jetzt  gefordert, "eine starke Nachbesetzung im EZB-Direktorium durchzusetzen". Deutschland als größte Volkswirtschaft muss hier hochrangig vertreten sein.

 

Lesen Sie hier den vollständigen Gastbeitrag von Wolfgang Steiger in unserem Presseecho.

Kontakt
Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Pressestelle
Luisenstraße 44, 10117 Berlin

Telefon: 030 / 240 87-301
Telefax: 030 / 240 87-305

pressestelle@wirtschaftsrat.de