11. September 2018
Hauptstadtfrühstück mit Dr. Klaus Schäfer, CTO, Covestro AG
"Innovationsstärke ist eine Fähigkeit unseres Landes"
Der technische Direktor des von der Bayer AG im Jahr 2015 abgespaltenen Werkstoffherstellers legte den Fokus seiner Rede besonders auf frei Themen: Technologieoffenheit, Innovationsstärke und ein offener Umgang mit der Digitalisierung. Letzteres sei eine Grundvoraussetzung, damit der deutsche Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig bleibt, so der CTO. „German Mut statt German Angst“ lautet das Credo von Dr. Schäfer.
Dr. Klaus Schäfer und Dr. Nikolaus Breuel (Foto: Wirtschaftsrat)

Dies betreffe insbesondere auch den technologischen Bereich. Technologien dürfen in einem frühen Stadium nicht verurteilt werden, sondern man müsse sich breit aufstellen, wie beispielsweise bei der Frage nach Brennstoffzelle oder Batterie bei Autos. Dies sei auch essentiell bei der Frage nach einer führenden Rolle im internationalen Vergleich: „Denn der Wettbewerb der Technologien ist noch nicht entschieden“, so das Vorstandsmitglied von Covestro.

 

Ein weiteres Merkmal sei die Innovationsstärke Deutschlands (Nachhaltigkeit, Klimaschutz). Besonders das Nachhaltigkeitsprinzip sei hervorzuheben, bei dem die chemische Industrie und dabei insbesondere Covestro mit gutem Beispiel voranginge und Nachhaltigkeitsziele (nachhaltige Produktion) aufgestellt habe, präsentierte Dr. Schäfer sein Unternehmen.

Dr. Klaus Schäfer fordert Mut für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland (Foto: Wirtschaftsrat)

Für den Standort Deutschland formulierte Dr. Schäfer drei Forderungen, die umgesetzt werden sollten, um die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich zu erhalten: Er forderte erstens mehr Stabilität und Planungssicherheit bei den Energiepreisen auf wettbewerbsfähigem Niveau – Entwicklungen hin zu höheren Preisen würden das Gegenteil bewirken. Zweitens stellte er erneut den Bezug zur Technologieoffenheit dar. Es sollten ressourcenschonende Produkte seitens der Unternehmen platziert werden und dies sollte seitens des Staates steuerlich unterstützt und gefördert werden. Drittens dürften rechtliche Vorlagen kein Hemmnis für Investitionen und Subventionen sein. Die Investitionsbereitschaft leide an zu vielen regulatorischen Auflagen.

Hauptstadtfrühstück im Dachgartenrestaurant Käfer (Foto: Wirtschaftsrat)

Zum Schluss unterstrich der Vorstand von Covestro, dass für eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit  der Bundesrepublik Energiepreise nicht in die Höhe getrieben werden dürften. Des Weiteren sei die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung (wie von der Großen Koalition vorgesehen) wie auch der Abbau von bürokratischen Hindernissen empfehlenswert. Damit würde der Weg geebnet werden, weiterhin Innovation „made in Germany“ zu entwickeln.