06. Dezember 2017
Hauptstadtfrühstück
Hauptstadtfrühstück mit Frank Witter
„VW muss Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückgewinnen“
Die Volkswagen AG sieht nach zwei schwierigen Jahren der Zukunft positiv und selbstbewusst entgegen. VW gehört weiterhin zu den erfolgreichsten Global Playern, muss sich aber gleichzeitig neu aufstellen, verdeutlichte Frank Witter beim Hauptstadtfrühstück des Wirtschaftsrates des Landesverband Berlin-Brandenburg die Zukunftspläne von Volkswagen.
Hauptstadtfrühstück mit Frank Witter (Foto: Wirtschaftsrat)

Die VW AG habe in den letzten Jahren viele Fehler begangen, berichtete Frank Witter. Der Konflikt rund um den Dieselskandal und das weltweite Ausmaß mit Millionen betroffenen Fahrzeugen müsse offen diskutiert werden. Deswegen sei es von hoher Relevanz, die Zukunft des Diesels zu thematisieren und gleichzeitig mit der Elektromobilität voranzubringen: „Der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft ist die Elektromobilität“, betonte Frank Witter. Aufgrund der Größe des Konzerns sei es der Anspruch, auch hier eine führende Position einzunehmen. Auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) präsentierte VW die größte Elektromobilität-Initiative der Messe. Ziel sei es, bis zum Jahr 2025 „VW zur weltweiten Nummern eins in der Elektromobilität zu machen“, so Frank Witter. Bis zum Jahr 2030 soll jedes Fahrzeug als E-Modell zur Verfügung stehen. „Volkswagen möchte auch in Zukunft jeden Kunden am Markt bedienen und eine bezahlbare Mobilität anbieten – von konventionell bis elektrisch. Wir möchten die Mobilität von morgen maßgeblich mitgestalten.“ Um die Elektrooffensive stemmen zu können, will Volkswagen für insgesamt 50 Milliarden Euro Batteriezellen einkaufen. 

Frank Witter, CFO Volkswagen, und Dr. Nikolaus Breuel, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates in Berlin-Brandenburg (Foto: Wirtschaftsrat)

Dafür öffnet sich VW in einem größeren Umfang für neue Partnerschaften. Dies zeigt der Kauf von Batteriezellen von neuen Zulieferern. Eine eigene Zellfertigung wird laut VW aufgrund der hohen Energiekosten in Deutschland nach derzeitigem Stand nicht umsetzbar sein. Stattdessen sei man offen für neue Partnerschaften und Kooperationen, erklärte Frank Witter.

Neben der Elektromobilität ist auch „digitale Transformation“ ein Zukunftsthema. In China sei beispielsweise eine immense Dynamik sowie Veränderungs- und Innovationsbereitschaft zu beobachten. Der Anschluss zu China dürfe nicht verloren werden. Dazu gehöre auch die digitale Transformation, bei der alle Unternehmen in Deutschland sich dem Veränderungsprozess stellen müssen – insbesondere auch die Automobilindustrie. Die Automobilindustrie stellt mit 1,5 Millionen Arbeitsplätzen in Deutschland den wichtigsten Wirtschaftszweig dar. Rund 7,7 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Deutschlands gehen direkt oder indirekt auf die Autoproduktion zurück.