17. Mai 2017
Hauptstadtfrühstück
"Die Wahrheit ist am Ende eine Frage der Gewichtung von Tatsachen"
Hauptstadtfrühstück mit Stefan Aust
Verlieren Fakten an Bedeutung? Wird die öffentliche Meinungsbildung zunehmend von Emotionen und weniger von Tatsachen geprägt? Um Antworten auf diese – und viele weitere – Fragen zu finden, begrüßte der Wirtschaftsrat Berlin-Brandenburg den Journalisten und Herausgeber von WeltN24, Stefan Aust, als Gast beim Hauptstadtfrühstück.
Stefan Aust und Dr. Nikolaus Breuel (Foto Wirtschaftsrat)

Der Medienexperte bot den Mitgliedern einen tiefen Einblick in die Abgründe von „Fake News“. Obgleich der digitalen Transformation der Medienwelt betonte Herr Aust, dass das Phänomen „alternativer Fakten“ keinesfalls neu sei. Angesichts der digitalen Fülle von Informationen und der grundlegenden Veränderungen der „Produktionsmittel der Meinungsfreiheit“ mit direktem Leserzugang warnte Stefan Aust „Nehmt die verfügbaren Informationen - aber überprüft sie!“. Herr Aust zeichnete vor dem Hintergrund eines breiten Informationszugangs ein positives Bild des digitalen Zeitalters und konstatierte „Meinungsfreiheit war früher die Freiheit von 200 Verlegern!“. Im vollbesetzten Käfer Dachgarten-Restaurant schilderte der Journalist die Umbrüche seines Handwerks der letzten Jahre und gab gleichzeitig einen Ausblick in die Zukunft des Journalismus. Herr Aust sprach sich in diesem Zusammenhang klar gegen eine staatlich organisierte Kontrolle von Inhalten aus.

Stefan Aust und Dr. Nikolaus Breuel (Foto Wirtschaftsrat)

Gefragt nach den aktuellen Geschäftsmodellen der Medienbranche, appellierte Herr Aust an seine Mitbewerber „Kein Eintrittsgeld für Information“ zu nehmen. Bei der Diskussion um die Informationsquellen der Zukunft gab Herr Aust zu bedenken, dass die Fragen nach Validität und Herkunft oft gleichbedeutend seien. Gerade in Zeiten von „Fake News“ unterstrich er die Bedeutung der Frage „Wer verfolg als Quellengeber welches Ziel“? Abschließend richtete er die Aufmerksamkeit auf die unterschiedlichen Digitalstrategien der USA und Deutschlands. Er erinnerte die Anwesenden daran, dass der Erfolg von Digitalstandorten wie dem Silicon Valley auf der massiven Vergabe von Staatsaufträgen an die entsprechenden Unternehmen gründe. Stefan Aust mahnte, dass man in Europa den Anschluss nicht verlieren dürfe und befürwortete hierzulande ein verstärktes öffentliches Engagement bei der Förderung von digitalen Start-ups. 

Kontakt
Markus Rosenthal
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Berlin-Brandenburg
Telefon: 030/ 89408305
Telefax: 030/ 89408307