15. Oktober 2015
Landesfachkommission Internet und Digitale Wirtschaft
Herausforderungen durch die Digitalisierung
Carsten Ovens MdHB, Fachsprecher für Wissenschaft und Digitale Wirtschaft, erläuterte Handlungsfelder für eine moderne Digitalpolitik
v.l.n.r.: Ludolf Baron von Löwenstern, Vorsitzender der Landesfachkommission Internet und Digitale Wirtschaft, mit Carsten Ovens MdHB (Foto: Wirtschaftsrat)

Zu den allgemeinen Problemen der Digitalisierung zählt Carsten Ovens den sogenannten „Filterblasen-Effekt“. Gemeint ist, dass Nutzer im Internet primär nur die Informationen erhalten, nach denen sie explizit suchen. Nebenbei erfahren sie, anders als z.B. beim Zeitungslesen, kaum etwas über andere Themen. Des Weiteren seien das „always on“ Phänomen, d.h. der ununterbrochene Informationsfluss, und die mangelnde Privatsphäre im Netz Risikofaktoren.

 

In puncto Sicherheit nannte Ovens u.a. unzureichenden Datenschutz und Onlinebetrug als Gefahrenquellen. Lösungen für diese Probleme könnten einerseits die Modernisierung und Harmonisierung des europäischen Datenschutzrechts sein. Andererseits seien ein IT-Sicherheitsgesetz und in der Folge auch eine Stärkung der Behörde für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) sowie eine Erweiterung der Ermittlungskompetenzen des Bundeskriminalamtes nötig.

 

Im Bildungssektor sieht der Hamburger Politiker Handlungsbedarf bei der Förderung der Medienkompetenz von Schülern und bei der Digitalisierung der Hochschulen. Hierfür bereite das Bundesministerium für Bildung und Forschung derzeit die „Strategie Digitales Lernen“, ein Kernelement der Digitalen Agenda der Bundesregierung, vor.

 

Nicht zuletzt ziehe die Digitalisierung einen Wandel in der Medienlandschaft nach sich, an den die Medienunternehmen sich anpassen müssten. Auf politischer Ebene bedürfe es einer Bund-Länder-Kommission zur Schaffung einer kompatiblen Medienordnung. Und auf Seiten der Arbeitnehmer entstünden neue Ansprüche, z.B. ständig erreichbar zu sein. Dies weiche die Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben auf.

 

Aus dem Vortrag entwickelte sich eine angeregte Diskussion mit den Kommissionsmitgliedern, die sich vor allem um die „richtige“ Strategie rund um die Digitalisierung, das Thema digitale Bildung und die deutsche Innovationslandschaft drehte.  

Kontakt
Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
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