17. Juni 2013
Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen - Wohin entwickelt sich der Sozialstaat?
Politisches Führstück mit Michael Hennrich MdB
„Die deutsche Gesundheitswirtschaft ist eine der dynamischen Wirtschaftsbranchen mit hoher Innovationskraft und erheblicher ökonomischer Bedeutung für den Standort Deutschland“ leitete Dr. Michael W. Müller, Sprecher der Sektion Nürtingen/Kirchheim/Filder die politische Frühstücksrunde im Hotel Fuchsen in Kirchheim/Teck ein. Durch den demografischen Wandel steigt der Bedarf an qualifizierten Ärzten, Pflegekräften und medizinischen Produkten. In der überalternden Gesellschaft gibt es immer weniger qualifizierte Nachwuchskräfte, dafür immer mehr Menschen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind, und dies bei explodierenden Kosten.
Dr. Michael Müller im Dialog mit den Anwesenden (Foto: Wirtschaftsrat)

Mit Blick auf die Bundestagswahl wollten die Unternehmerinnen und Unternehmer der Sektion Nürtingen/Kirchheim/Filder deshalb die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen erörtern und sich vor allem der Frage widmen: Wohin entwickelt sich das deutsche Sozial- und Gesundheitswesen?

Im Rahmen des Politischen Frühstücks bot sich den Anwesenden die Möglichkeit, sich über die aktuellen Entwicklungen der Bundespolitik aus erster Hand zu informieren: Michael Hennrich MdB, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages, berichtete direkt aus Berlin

Dr. Michael Müller begrüßt zum Politischen Frühstück mit Michael Hennrich MdB

Die Gesundheitsbranche ist mit über 4,4 Millionen Beschäftigten und einem Marktvolumen von über 300 Milliarden Euro der größte Zweig der deutschen Volkswirtschaft. Der Gesundheits- und Sozialbereich ist einer der wichtigsten Zukunftsmärkte für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Doch trotz der enormen Wichtigkeit für die deutsche Wirtschaft und Industrie wird die Gesundheitswirtschaft in vielen Bereichen vernachlässigt, so oftmals der Eindruck in der Bevölkerung. Als Beispiel großer Entwicklungs- und Handlungspotentiale nannte Michael Hennrich MdB daher den Bereich Forschung und Entwicklung. Hier herrsche noch Steigerungs- und  Verbesserungspotential, um auf internationalem Niveau mithalten zu können.

Er erläuterte, welche politischen Erfolge bereits in der vergangenen Legislatur erreicht werden konnten. Auch die gute wirtschaftliche Konjunktur sorgt für eine stabile finanzpolitische Lage und sichert eine gute Versorgung. Eine vergleichende Gegenüberstellung der Gesetzlichen und der Privaten Krankenversicherung gehörte ebenso zum Gegenstand des Vortrags und der anschließenden Diskussion, wie die Fragestellung der Sicherung der künftigen Finanzierung bei Erhalt und Steigerung der Qualität der medizinischen Versorgung. So kann ein verbesserter Einsatz von IT im Gesundheitswesen Effizienzreserven mobilisieren, ebenso wie die Ausschöpfung von Möglichkeiten von Tele-Medizin für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Ländlichen Raum verbessern kann. Schnellere Umsetzung und Einführung von Neuerungen und Innovationen sind eine der vielen Handlungsmöglichkeiten.

Michael Hennrich MdB berichtet zu Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen

„Das Gesundheitswesen ist eine ständige Aufgabenstellung der parlamentarischen Arbeit. Doch die Größe der Gesundheitswirtschaft und die Folgen, die eine Vernachlässigung mit sich ziehen würde, verlangen nach permanenten Diskussionen, um den besten Konsens für alle Beteiligten zu finden. Und konsequente Verbesserung dient der Sicherstellung der Versorgung und Versorgungsqualität“ mit diesen Worten schloss Michael Hennrich MdB die Ausführungen ab.

 

Sektionssprecher Dr. Michael Müller dankte für den umfassenden Überblick über die aktuelle Lage in Berlin mit Schwerpunkt der Betrachtung auf das Gesundheitswesen, sowie den Austausch und Ausblick auf die Bundestagswahl 2013. Er betonte die Bedeutung des Gesundheitssystems und verwies auf die eigens eingerichtete Landesfachkommission „Gesundheit und Wirtschaft“ des Landesverbandes Baden-Württemberg, welche sich der Infrastruktur des Gesundheitswesens als Standortfaktor für Unternehmen in Baden-Württemberg widmet.