04. Februar 2014
POLITISCHES FRÜHSTÜCK
Immobilienwirtschaft in der neuen Koalition - und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Branche
Dr. Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilienausschusses
Der Koalitionsvertrag ist unterschrieben. Die neue Regierung schreitet zu ihren Taten. Und die ersten Konsequenzen sind bereits erkennbar. „Der Markt ist der einzige demokratische Richter, den es überhaupt in der Wirtschaft gibt“. Mit diesen Worten Ludwig Erhards beginnt Dr. Andreas Mattner seinen Vortrag über die Herausforderungen der Immobilienwirtschaft.

(Foto: Wirtschaftsrat)

Die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise werden immer sichtbarer. Wegen der vielen im Koalitionsvertrag geplanten Regulierungen wäre eine Erinnerung an Erhards Worte deshalb wichtig. Diese Regulierungswut, die primär auf die Finanzpolitik abziele, ziehe jedoch einen Kollateralschaden auf Kosten der Immobilienwirtschaft nach sich.

(Foto: Wirtschaftsrat)

Besonders in Hamburg werden die Auswirkungen sichtbar sein. Die Hansestadt sei als Finanzplatz immer ein wichtiger Arbeitgeber und auch einer der gefragtesten Standorte Deutschlands. Zu deren Erhalt müssen jedoch angemessene Rahmenbedingungen geschaffen werden, die der Koalitionsvertrag nicht vorhersehe. Im Gegenteil, die Bedingungen werden durch planwirtschaftliche Elemente erschwert. Ein Beispiel hierfür sei die anstehende Mietpreisbremse. Ihre Notwendigkeit sei sehr fraglich, vor allem da im Endeffekt der Staat die Kosten für ein Produkt regle. 

Dr. Mattner betonte, dass es der deutlich belebten Branche gut gehe. Gerade in Deutschland sei sie ein stabiler Anker und weist keine gesamtwirtschaftlichen Fehlentwicklungen und Preisblasen auf. Durch die langfristig niedrigen Zinsen werde die Immobilienbranche in der aktuellen wirtschaftlichen Situation begünstigt. Deshalb sei kein Grund für den Aktionismus der neuen Koalition vorhanden. Abschließend griff Dr. Mattner noch einmal die Worte Erhards auf: „Wenn der Markt der einzig demokratische Richter ist, dann wird er auch über planwirtschaftliche Elemente wie die Mietpreisbremse richten.“ 

 

(Bericht: Karin Karakaya, Praktikantin in der Landesgeschäftsstelle)